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Sipri-Studie:USA steigern Rüstungsexporte deutlich

Sipri Rüstungexporte

Die Nachfrage nach US-Militärflugzeugen ist groß. Hier ein Lockheed Martin F-35 Tarnkappen-Kampfjet.

(Foto: dpa)
  • Vor allem die USA und Frankreich haben ihre Rüstungsexporte in den vergangenen fünf Jahren deutlich gesteigert. Das teilt das Stockholmer Friedensforschungsinstut Sipri mit.
  • Russlands Verkauf von Rüstungsgütern ist hingegen deutlich gesunken. Das Land ist aber immer noch der zweitgrößte Rüstungsexporteur. Es folgen Frankreich an dritter und Deutschland an vierter Stelle.
  • Größter Rüstungsimporteur ist Saudi-Arabien, gefolgt von Indien, Ägypten, Australien und China.

Die USA haben ihre Rüstungsexporte in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert. Zwischen 2015 und 2019 steigerten sie ihre Verkäufe im Vergleich zu den fünf Jahren davor um 23 Prozent, wie das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in einem am Montag veröffentlichten Bericht mitteilte. Die USA lieferten demnach Waffensysteme in 96 Staaten. Die Hälfte der US-Exporte ging Sipri zufolge in den Nahen Osten, davon wiederum die Hälfte nach Saudi-Arabien. Besonders groß war dort und in anderen Weltregionen offenbar die Nachfrage nach fortschrittlichen US-Militärflugzeugen.

Insgesamt gingen in den vergangenen fünf Jahren mehr als ein Drittel aller Rüstungslieferungen (36 Prozent) weltweit auf das Konto der Vereinigten Staaten, Zugleich bauten die USA ihren Vorsprung gegenüber dem zweitgrößten Rüstungsexporteur Russland weiter aus, der 21 Prozent der Rüstungsgüter exportierte. Die russischen Rüstungslieferungen brachen im untersuchten Zeitraum um 18 Prozent ein. Diesen Trend führen die Stockholmer Friedensforscher vor allem auf geringere Ausfuhren nach Indien zurück, die ein Minus von 47 Prozent aufwiesen.

An dritter Stelle folgt Frankreich mit einem Anteil von 7,9 Prozent. Das Land hat so stark zugelegt wie seit 30 Jahren nicht mehr: Von 2015 bis 2019 steigerte Frankreich seine Lieferungen im Vergleich zu den fünf Jahren davor um 72 Prozent. Das ist laut Sipri das höchste Niveau seit 1990. Die französische Waffenindustrie habe vor allem von der Nachfrage in Ägypten, Katar und Indien profitiert.

Deutschland folgt auf Platz vier mit 5,8 Prozent Anteil am internationalen Rüstungsmarkt. Die deutschen Exporte wuchsen im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 17 Prozent. Etwa 30 Prozent lieferte Deutschland Sipri zufolge nach Asien und Ozeanien, 26 Prozent in andere Staaten Europas und 24 Prozent in den Nahen Osten. Auf Rang fünf liegt China mit 5,5 Prozent. Weltweit nahm das Volumen der Im- und Exporte von Rüstungsgütern in den Jahren 2015 bis 2019 im Vergleich zu den vorherigen fünf Jahren um 5,5 Prozent zu.

Größter Rüstungsimporteur ist Saudi-Arabien, gefolgt von Indien, Ägypten, Australien und China. Sipri geht es in seinen Berichten um langfristige internationale Trends, weshalb das Institut Fünfjahreszeiträume statt einzelne Jahre miteinander vergleicht. Die Werte der Friedensforscher bemessen sich nach dem Volumen, nicht dem finanziellen Wert von Waffen-Deals. Kleinwaffen werden dabei nicht mit eingerechnet.

© SZ/dpa/epd/gal/mkoh
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