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Manuela Schwesig:"Ich bin überzeugt, wieder gesund zu werden"

  • Manuela Schwesig ist an Brustkrebs erkrankt und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder.
  • Ihr Amt als Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern will die 45-Jährige jedoch fortführen.
  • Vom 1. Oktober an wird die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Dreyer die SPD für einige Wochen allein kommissarisch führen.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat Brustkrebs und legt deswegen ihr Amt als kommissarische SPD-Chefin nieder. Das gab sie bei einer Kabinettssitzung am Dienstag in Schwerin bekannt, wie die Staatskanzlei mitteilte.

Sie wisse schon länger um ihre Erkrankung und nach einer Reihe von Untersuchungen sei gestern die Entscheidung über die weitere Behandlung gefallen, erklärte Schwesig anschließend vor der Presse in der Schweriner Staatskanzlei. Zwar könne die Behandlung überwiegend ambulant durchgeführt werden, dennoch, sagte Schwesig, müsse sie "über einen gewissen Zeitraum meine Arbeitsbelastung reduzieren".

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Obwohl die Diagnose für sie und ihre Familie ein "Schock" gewesen sei, gab sich die SPD-Politikerin zuversichtlich: "Ich habe schon einige Kämpfe in meinem Leben geführt und werde auch diesen führen. Ich bin überzeugt, wieder gesund zu werden." Es sei ihr sehr wichtig, von vornherein offen und ehrlich mit der Erkrankung umzugehen.

"Die gute Nachricht ist: Dieser Krebs ist heilbar. Allerdings ist dafür eine medizinische Behandlung notwendig. Dies wird dazu führen, dass ich in den kommenden Monaten nicht an allen Tagen öffentliche Termine wahrnehmen kann. Ich habe deshalb die Ministerinnen und Minister gebeten, mich an diesen Tagen zu vertreten", hatte Schwesig bereits am Vormittag in einem schriftlichen Statement auf der Website der Staatskanzlei erklärt.

Darin heißt es weiter: "Nach intensiven Gesprächen mit meinen behandelnden Ärzten bin ich sehr zuversichtlich, dass ich wieder vollständig gesund werde. Deshalb habe ich mich entschieden, das Amt der Ministerpräsidentin und auch den Parteivorsitz hier im Land weiter auszuüben."

Dreyer ab Oktober alleine an der Spitze

Es sei jedoch auch klar, dass sie in den kommenden Monaten ihre Kräfte auf Mecklenburg-Vorpommern, ihre Gesundheit und ihre Familie konzentrieren müsse, sagte die 45-Jährige dazu, warum sie ihre Parteiämter auf Bundesebene nun aufgibt. Der frühere Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, Erwin Sellering, schlug Schwesig als seine Nachfolgerin vor, als er sich im Mai 2017 selbst wegen einer Erkrankung an Lymphdrüsen-Krebs vorrübergehend zurückzog und das Amt als Ministerpräsident niederlegte. Nach einer Therapie kehrte Sellering im Dezember 2017 in die Landespolitik zurück.

Nach dem krankheitsbedingten Rückzug Schwesigs von der SPD-Spitze wird Malu Dreyer die Partei von Oktober an für einige Wochen als alleinige kommissarische Vorsitzende führen. Der andere Co-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel wird wie geplant zum 1. Oktober seinen Posten als Arbeitsdirektor bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit antreten, wie der SPD-Politiker in Mainz sagte.

Dreyer sagte, es seien dann nur noch wenige Wochen bis zum Bundesparteitag. Schäfer-Gümbel werde sie weiterhin ehrenamtlich unterstützen. Der Parteitag mit Wahl einer neuen Parteispitze ist vom 6. bis 8. Dezember in Berlin geplant. Dreyer und Schäfer-Gümbel bedauerten den Rückzug von Schwesig, mit der sie gut zusammengearbeitet hätten, äußerten zugleich aber vollstes Verständnis dafür. "Sie können sich vorstellen, dass uns das sehr erschüttert hat, diese Diagnose", sagte Dreyer.

"Wir müssen noch mehr forschen"

Via Twitter erreichten Schwesig Genesungswünsche von Politikerkollegen. "Wünsche Manuela Schwesig von Herzen alles Gute und eine baldige Genesung. Gesundheit ist das Wichtigste", schrieb FDP-Chef Christian Lindner. Die Vorsitzende der Grünen-Fraktion im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, schrieb: "Liebe Manuela Schwesig. An diesem Tag nur einen Wunsch: Viel Kraft!"

Karl Lauterbach, Kandidat für den SPD-Vorsitz und Gesundheitsexperte der Partei, schrieb in einem Tweet: "Manuela ist eine starke und bewundernswerte Frau und wird diese Krankheit besiegen, wie zum Glück die meisten betroffenen Frauen. Der offene Umgang mit der Krankheit ist vorbildlich. An Krebs erkrankt irgendwann jeder 2te, wir müssen noch mehr forschen."

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