Schweden Mohammed-Karikaturist im Hörsaal attackiert

"Er schlug mir ins Gesicht": Der schwedische Künstler Lars Vilks hielt einen Vortrag an der Universität von Uppsala - und wurde von Zuhörern angegriffen.

Eine umstrittene Zeichnung und der schwelende Zorn der Muslime: Der Mohammed-Karikaturist Lars Vilks ist während einer Konferenz in der Universität von Uppsala angegriffen worden.

Aufgebrachte Muslime in einem Hörsaal der Universität von Uppsala. Der schwedische Mohammed-Karikaturist Vilks hatte dort einen Vortrag gehalten.

(Foto: Foto: AP)

Wie die schwedische Polizei bereits am Dienstag mitteilte, wurde Vilks gleich zu Beginn seines Vortrags in der Hochschule beschimpft. Später dann hätten etwa 20 Zuhörer versucht, ihn anzugreifen, während er auf das Thema Religion zu sprechen kam und einen Film zeigte.

Es kam zu schweren Tumulten, die Polizei setzte Tränengas ein und räumte den Hörsaal. Zwei Männer wurden festgenommen. Zu dem Zeitpunkt seien etwa 250 Menschen in dem Saal gewesen.

Im August 2007 hatte der schwedische Künstler und Karikaturist für eine Ausstellung zu den Grenzen künstlerischer Freiheit den Prophet Mohammed als Hund gezeichnet. Eine schwedische Zeitung druckte das Werk ab - und setzte Vilks damit dem Zorn aufgebrachter Muslime aus.

Al-Qaida versprach eine Belohnung von 100.000 Dollar für die Ermordung von Vilks. Auch auf den Herausgeber der Zeitung setzte die Terrororganisation ein Kopfgeld von 50.000 Dollar aus. Im März diesen Jahres wurde ein weiteres vermeintliches Mordkomplott gegen den Künstler aufgedeckt.

Vilks selbst berichtete der schwedischen Nachrichtenagentur TT, ein Mann aus der ersten Reihe habe sich während seines Vortrags plötzlich auf ihn gestürzt: "Er schlug mir ins Gesicht, und ich verlor meine Brille."