Russischer Geheimdienst:Russland: Ukrainische Spezialeinheiten haben Krim angegriffen

Lesezeit: 1 min

Russischer Geheimdienst: Putin ist allgegenwärtig in Simferopol, Hauptstadt der Krim.

Putin ist allgegenwärtig in Simferopol, Hauptstadt der Krim.

(Foto: AFP)

Angeblich seien zwei Menschen getötet worden. Russlands Präsident Putin warf der Ukraine "Terror" vor. Der Chef des ukrainischen Sicherheitsrats spricht von einer Falschmeldung.

Russland hat nach eigenen Angaben einen Angriff der Ukraine auf die annektierte Krim vereitelt. Ziel der Aktion ukrainischer Spezialtruppen sei gewesen, Infrastruktureinrichtungen auf der Halbinsel im Schwarzen Meer anzugreifen, erklärte der russische Geheimdienst FSB.

Ein FSB-Agent sei in der Nacht zum Samstag getötet worden, als russische Kräfte auf der Krim mehrere Personen festgenommen hätten. Darunter habe sich ein ukrainischer Offizier befunden, außerdem sei ein Sprengstofflager entdeckt worden. Am Montag sei bei Kämpfen ein russischer Soldat getötet worden.

Russland hatte 2014 die zur Ukraine gehörende Krim nach einer international nicht anerkannten Volksabstimmung annektiert. Zuletzt soll es massive russische Truppenbewegungen auf der Krim gegeben haben.

Moskau spricht von Terror, Kiew von einer Falschmeldung

Der russische Präsident Wladimir Putin nannte die Angaben "eine sehr alarmierende Neuigkeit". Er sagte, die ukrainische Führung sei zum "Terror" übergegangen. Russland werde darauf mit nationalen Sicherheitsmaßnahmen reagieren und "sehr ernste zusätzliche Maßnahmen" ergreifen. Die Ereignisse ließen geplante Sicherheitsgespräche am Rande des G20-Gipfels in China im September sinnlos erscheinen.

Kiew reagierte erbost auf die Vorwürfe aus Moskau. Der Chef des Nationalen Sicherheitsrats, Alexander Turtschinow, sprach von "hysterischen und falschen" Anschuldigungen. Er war Russland vor, auf der Krim Angst verbreiten zu wollen. Das ukrainische Verteidigungsministerium nannte die Behauptungen einen Versuch, die "Stationierung und die aggressiven Handlungen" der russischen Truppen auf der Halbinsel zu rechtfertigen.

Juri Tandit, ein Berater des ukrainischen Geheimdienstes SBU, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine, die Ukraine habe nicht die Absicht, das Gebiet mit Gewalt zurückzuerobern. Das werde sie auch niemals tun. Im Osten der Ukraine kämpfen derzeit weiterhin ukrainische Regierungssoldaten gegen prorussische Rebellen.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB