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Rechtsextremismus:Großrazzia in drei Bundesländern gegen Neonazi-Gruppe

Vor Graffiti posiert: Polizisten von Einsatz in Lausitz abgezogen

Die Polizei hat an sechs Orten die Verdächtigen, ihre Wohn- und Nebenräume sowie ihre Fahrzeuge durchsucht.

(Foto: dpa)

Der Polizei lagen Hinweise vor, dass die Gruppe "Freie Kräfte Prignitz" einen Anschlag auf eine Moschee geplant haben soll. Es gab Durchsuchungen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Mit einer Großrazzia ist die Polizei in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gegen die Neonazi-Organisation "Freie Kräfte Prignitz" vorgegangen. Der Polizei hätten Hinweise vorgelegen, dass sieben Betroffene im Alter zwischen 32 und 40 Jahren einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail auf eine Moschee in Wittenberge (Prignitz) planten, sagte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. Außerdem soll die Neonazi-Gruppe Angriffe auf Geschäfte geplant haben, die von Inhabern mit Migrationshintergrund geführt werden.

Bei den Durchsuchungen in sechs Objekten seien unter anderem Schreckschuss- und scharfe Munition sowie Hieb- und Stichwaffen gefunden worden. Zudem wurden verschiedene Nazidevotionalien, beispielsweise eine Armbinde mit Hakenkreuzaufdruck, sowie Propagandamaterial der Gruppierung beschlagnahmt. Es habe aber keine Festnahmen gegeben, berichtete Herbst.

120 Polizisten allein in Brandenburg beteiligt

Durchsucht wurden vier Objekte in den Brandenburger Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sowie jeweils ein weiteres in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt. Dabei seien die Betroffenen selbst, die von ihnen genutzten Wohn- und Nebenräume sowie Fahrzeuge durchsucht worden. Allein in Brandenburg waren nach Angaben der Polizei mehr als 120 Beamte beteiligt, darunter Spezialeinsatzkräfte, Staatsschützer und Bereitschaftspolizisten. Bei den Zugriffen habe es keine Verletzten gegeben.

Die weiteren Ermittlungen übernimmt der Staatsschutz des Brandenburger Landeskriminalamts. Dabei würden auch sichergestellte elektronische Datenträger wie Laptops, Mobiltelefone und sonstige elektronische Speichermedien ausgewertet, sagte Herbst.

© SZ.de/dpa/aner
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