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Protest gegen Mohammed-Video:Demonstranten stürmen westliche Botschaften

Eine wütende Menge attackiert die deutsche Vertretung in Sudan und steckt sie in Brand. Außenminister Westerwelle verurteilt die Gewalt. Auch die US-Botschaft in Tunis wurde gestürmt - mindestens drei Menschen starben.

Die Welle antiwestlicher Gewalt in der islamischen Welt hat am Freitag auch eine deutsche Einrichtung getroffen. Im Zentrum der sudanesischen Hauptstadt Khartum stürmten Demonstranten die deutsche Botschaft und steckten sie in Brand. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bestätigte, das Gebäude sei "teilweise in Flammen gesetzt worden". Zur Zeit des Angriffs hätte sich aber keiner der Mitarbeiter im Gebäude befunden. Sie seien in Sicherheit. Die Polizei vertrieb die Angreifer mit Tränengas. Die Demonstranten attackierten auch die in unmittelbarer Nähe gelegene britische sowie die US-Botschaft.

Auslöser der Unruhen ist ein in den USA produzierter antiislamischer Film. Laut sudanesischen Medien hatten Islamisten den Film mit angeblichen Mohammed-Karikaturen vor Berliner Moscheen verglichen. Sudan hatte die Bundesregierung zudem kritisiert, weil sie Demonstrationen von deutschen Rechtspopulisten mit solchen Karikaturen zugelassen habe.

Die Angreifer in Khartum rissen die deutsche Flagge herunter und ersetzten sie laut einem Bericht des TV-Senders al-Dschasira durch eine schwarze Fahne, das Banner radikaler Islamisten. Die Vertretung war, wie in islamischen Ländern freitags üblich, geschlossen. Ein Mitarbeiter sagte der Süddeutschen Zeitung am Telefon, er und seine Kollegen verfolgten die Nachrichtenlage, befänden sich aber nicht in der Nähe der angegriffenen Botschaft. Dort sind sieben deutsche Diplomaten beschäftigt.

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