Pjöngjang:Nordkorea droht mit wöchentlichen Raketentests

Pjöngjang: Nordkoreas Vizeaußenminister Han Song-ryol droht den USA mit einem "totalen Krieg" und kündigt neue Raketentests an.

Nordkoreas Vizeaußenminister Han Song-ryol droht den USA mit einem "totalen Krieg" und kündigt neue Raketentests an.

(Foto: AP)
  • Nordkorea will weiter an seinem Raketenprogramm festhalten und behält sich vor, auch wöchentlich neue Tests durchzuführen.
  • Der Vizeaußenminister des Landes warnte vor einem "totalen Krieg", sollten sich die USA in die Belange seines Landes einmischen.
  • US-Vize Pence verwies hingegen auf die Entschlossenheit des neuen US-Präsidenten Trump.

Trotz aller Warnungen der USA droht Nordkorea mit neuen Raketentests. "Wir werden weitere Raketentests durchführen - auf wöchentlicher, monatlicher und jährlicher Basis", sagte Vizeaußenminister Han Song-Ryol in einem Interview mit der BBC. Sollte Amerika militärisch intervenieren, werde ein "totaler Krieg" ausbrechen, warnte er.

Zuvor hatte US-Vizepräsident Mike Pence in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul gesagt, die Zeit der Geduld mit Nordkorea sei vorbei. Die USA würden "jeden Einsatz konventioneller oder atomarer Waffen mit einer überwältigenden und effektiven Antwort" zurückschlagen.

Pence sagte, Nordkorea tue gut daran, die Entschlossenheit von US-Präsident Donald Trump oder die Stärke der US-Streitkräfte nicht zu testen. Die Politik der "strategischen Geduld", die vorherige US-Regierungen gegenüber Pjöngjang verfolgt hätten, sei vorbei. In den vergangenen zwei Wochen sei die Welt Zeuge der Stärke und Entschlossenheit des neuen US-Präsidenten geworden, sagte Pence, und nannte Syrien und Afghanistan als Beweis dafür.

In Syrien hatte Trump einen Luftstützpunkt der syrischen Armee mit Raketen beschießen lassen, weil von dort aus Flugzeuge mit Giftgas an Bord gestartet sein sollen. In Afghanistan setzten die USA vergangene Woche erstmals ihre größte nichtatomare Bombe gegen IS-Kämpfer ein.

Druck auf Nordkorea

Um den Druck auf Nordkorea zu erhöhen, entsandten die USA als Demonstration militärischer Stärke einen Flottenverband mit dem Flugzeugträger USS Carl Vinson in Gewässer nahe der koreanischen Halbinsel. Nordkorea hatte am Sonntag erneut eine Rakete zu Testzwecken gestartet, sie war allerdings kurz nach dem Start explodiert. Auch China, Japan und Russland kritisierten den Test.

Bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio bekannte sich Pence zur traditionellen Militärallianz der Amerikaner mit Japan. Das Bündnis sei "ein Grundpfeiler für Frieden und Sicherheit in Nordostasien", sagte Pence. Abe mahnte, den Nordkorea-Konflikt "friedlich" zu lösen.

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea, das nach südkoreanischen Erkenntnissen über mindestens zehn Atombomben verfügt, den Abschuss ballistischer Raketen. Die USA und andere westliche Staaten wollen verhindern, dass das isolierte kommunistische Land weitreichende Atomraketen entwickelt, die sogar Amerika und Europa treffen könnten.

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