Philippinen Philippinischer Präsident prangert Richter und Politiker als Drogendealer an

Rodrigo Duterte führt einen gnadenlosen Kampf gegen die Drogenmafia.

(Foto: AP)
  • Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte wirft mehr als 30 Politikern, Beamten und Richtern Verbindungen zur Drogenmafia vor.
  • Der umstrittene Staatschef führt seit seinem Amtsantritt Ende Juni einen rücksichtslosen Kampf gegen Drogenhändler.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat 150 Politiker, Richter, Beamte und Sicherheitskräfte namentlich als Drogendealer bezeichnet.

Beim Besuch eines Armeestützpunktes nahe seiner Heimatstadt Davao im Süden des Landes verlas er die Namen und forderte die Genannten auf, sich der Polizei zu stellen. "Sonst jage ich euch die Armee und die Polizei auf den Hals", sagte der für seine derbe Sprache berüchtigte Politiker.

Unter den Genannten waren acht Richter, 50 Bürgermeister, Gouverneure und Kongressabgeordnete sowie Polizisten, Soldaten und Gefängnisbeamte. Einige beteuerten am Sonntag ihre Unschuld.

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Duterte ist im Mai nach dem Wahlkampfversprechen, die Drogenkriminalität radikal zu bekämpfen, mit großer Mehrheit gewählt worden. Menschenrechtler werfen ihm vor, mit seinen unorthodoxen Methoden indirekt zu Verbrechen aufzurufen. Schon im Wahlkampf hatte der 71-jährige den Einsatz von Todesschwadronen befürwortet.

500 mutmaßliche Dealer getötet

Er schwor, das mehrheitlich katholische Land mit seinen über 100 Millionen Bewohnern innerhalb von sechs Monaten von Drogenkriminalität und Korruption zu befreien. Bereits während seiner Zeit als Bürgermeister von Davao waren dort hunderte Kleinkriminelle umgebracht worden, ohne dass je jemand zur Rechenschaft gezogen wurde.

Seit seinem Amtsantritt am 30. Juni sind mehr als 500 mutmaßliche Drogendealer getötet worden, viele davon angeblich, weil sie sich bei der Festnahme wehrten.