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Ole von Beust tritt zurück:Der Nächste, bitte

Ole von Beust ist Chef der ersten schwarz-grünen Koalition in Deutschland. Eine politische Karriere in Bildern.

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Hamburgs Buergermeister Beust steht angeblich kurz vor dem Ruecktritt

Quelle: ag.ddp

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Hamburgs Erster Bürgermeister sei das "schönste Amt der Welt" hat Ole von Beust einmal gesagt. Offenbar reicht dies nicht mehr aus, um den Amtsinhaber weiter für den politischen Betrieb zu motivieren: Der 55-Jährige, der die CDU in Hamburg geprägt hat wie kaum ein anderer, hat seinen Rücktritt zum 25. August angekündigt.

Landesparteitag CDU Hamburg

Quelle: dpa

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Ole heißt eigentlich Carl-Friedrich Arp Freiherr von Beust und kam am 13. April 1955 in der Hansestadt auf die Welt. Seinen typisch norddeutschen Vornamen lässt Hamburgs erster Bürgermeister mit 18 Jahren eintragen - so hatte ihn seine Oma immer genannt.

REGIERUNGSERKLÄRUNG HAMBURG

Quelle: dpa

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1978 wird von Beust mit 23 Jahren der bis dato jüngste Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft. Seit 1971 ist der gelernte Rechtsanwalt Parteimitglied der CDU. Sein unkonventionelles Auftreten und Denken entsprachen nie dem Bild eines Parteisoldaten.

OLE VON BEUST

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Nach CDU-internen Auseinandersetzungen über angebliche Machtkartelle innerhalb der Partei erklärt das Hamburger Verfassungsgericht 1993 die Wahlergebnisse von 1991 (CDU 35,1 Prozent) für ungültig. Bei den vorgezogenen Bürgerschaftswahlen verbuchen die Christdemokraten mit 25,1 Prozent das schlechteste Ergebnis seit 1945. In diesen turbulenten Zeiten kann von Beust einen persönlichen Triumph feiern: Er wird kurz darauf mit großer Mehrheit zum CDU-Fraktionschef gewählt.

DIRK FISCHER UND OLE VON BEUST

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Ende der neunziger Jahre häufen sich Berichte über einen Führungsstreit zwischen von Beust und dem CDU-Landesvorsitzenden Dirk Fischer. Bei seiner Wiederwahl 2000 muss sich Fischer mit 61 Prozent der Stimmen begnügen - der "ewig jugendliche Held" von Beust gilt als Hoffnungsträger der CDU. 2001 wird er einstimmig zum Spitzenkandidaten gewählt.

RICHTER RONALD SCHILL

Quelle: dpa

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Das CDU-Wahlkampfthema "innere Sicherheit" wird aber von anderen besetzt: Der als "Richter Gnadenlos" titulierte Ronald Barnabas Schill fordert mit seiner neu gegründeten, rechtspopulistischen "Partei Rechtsstaalicher Offensive" (PRO) unter anderem härtere Strafen bei Jugend-, Ausländer- und Drogenkriminalität.

PLAKAT VON BEUST

Quelle: AP

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Bei der Wahl muss die CDU zwar deutliche Einbußen hinnehmen. Zusammen mit FDP und PRO kann sie aber regieren. Ole von Beust wird Erster Bürgermeister der Hansestadt, Rechtspopulist Schill sein Stellvertreter und Innensenator.

Ronald Schill auf dem Parteitag der PRO in Hamburg, 2002

Quelle: dpa

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Immer wieder fällt Schills Polemik negativ auf. Seine Rede vor dem Bundestag, in der er die Ost-Erweiterung der EU kritisiert, löst in Hamburg eine Koalitionskrise aus. Trotz heftiger Kritik aus allen politischen Lagern hält von Beust jedoch an seinem Stellvertreter fest - vorerst.

Hamburger Justizsenator Roger Kusch für aktive Sterbehilfe, 2005

Quelle: AP

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2003 kommt es zum Bruch mit Schill: Von Beust entlässt seinen zweiten Mann. Nach seinen Angaben hatte Schill in einem Vier-Augen-Gespräch zwischen den beiden Politikern damit gedroht, ein angeblich homosexuelles Verhältnis zwischen von Beust und seinem Studienfreund und Mieter, Justizsenator Roger Kusch (im Bild, damals CDU), öffentlich zu machen. Beust wertete dies als Erpressungsversuch Schills, weil dieser PRO-Staatsrat Walter Wellinghausen halten wollte - Beust hatte diesen wegen ungenehmigter Nebentätigkeiten zuvor gefeuert.

OLE VON BEUST ERÖFFNET WAHLKAMPFLOUNGE

Quelle: dpa

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Der vorzeitige Koalitionsbruch und das Outing brachte Beust bei den Hamburgern noch mehr Symathien ein - und führten zu seinem größten Triumph: Bei der Neuwahl 2004 bekommt  seine CDU die absolute Mehrheit. Die Kampagne "Ole wählen" ist auf den Politiker zugeschnitten.

Elbphilharmonie

Quelle: dpa

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"Metropole Hamburg - Wachsende Stadt" ist von Beusts Prestige-Projekt. Der Aufbau der "Hafen-City" ist jedoch nicht unumstritten: Der Bau der Elbphilharmonie (Bild) sollte 114 Millionen Euro kosten - mittlerweile werden die Kosten auf 323 Millionen geschätzt.

Hamburg's Mayor Beust arrives for a meeting in the Chancellory in Berlin

Quelle: ag.rtr

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Einen Imageschaden nimmt von Beust 2008 in Kauf: Sein Senat spricht sich gegen die Auszeichnung des Wattenmeers als Weltnaturerbe aus. Diese hätte die geplante Elbvertiefung für eine neue Generation von Super-Containerschiffen gefährdet.

Seit 2007 ist er Leiter der CDU-Kommission "Bewahrung der Schöpfung, Klima-, Umwelt- und Verbraucherschutz".

CDU und GAL ueber Koalition einig

Quelle: ddp

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Bei der Bürgerschaftswahl 2008 verliert Beusts CDU die absolute Mehrheit - aber regiert mit einer neuen Koalition weiter: Zusammen mit der Grünen Alternativen Liste (GAL) bilden die Konservativen die erste schwarz-grüne Regierung Deutschlands. Nach zähen Verhandlungen unter anderem über den Bau des Kohlekraftwerks Moorburg, die Elbvertiefung, Bildungspolitik und mehrere Verkehrsprojekte wird von Beust erneut erster Bürgermeister, die GAL stellt mit Christa Goetsch seine Stellvertreterin.

Volksentscheid zur Hamburger Schulreform

Quelle: dpa

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Im Jahr 2010 hat der schwarz-grüne Senat hat mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, Ermittlungen gegen Finanzsenator Carsten Frigge (CDU) und der Widerstand gegen die Schulreform haben die Zustimmung zur Koalition stark gedrückt. Zudem wird Ole von Beust nachgesagt, amtsmüde zu sein. Für die Schulreform wirbt er nur halbherzig, Termine wie hier mit der GAL-Vorsitzenden Christa Goetsch sind selten.

78170360

Quelle: ag.afp

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Beusts Ambitionen bleiben immer auf Hamburg beschränkt, allerdings erhebt er ab und zu auch seine Stimme zu Themen bundespolitischer Relevanz. So rät er der Kanzlerin und CDU-Chefin Angela Merkel mit Blick auf die holpernde und durch Knatsch geprägte Regierungsarbeit von Schwarz-Gelb im Bund, zu mehr Härte und "auch mal einen Minister rauszuschmeißen". Mit Beust tritt ein weiterer prominenter CDU-Mann ab: Hessens Ministerpräsident Roland Koch (links) gibt sein Amt im Sommer auf, Christian Wulff (rechts) residiert nun in Schloss Bellevue. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird sich an neue Gesichter gewöhnen müssen.

© sueddeutsche.de/Dana Hoffmann/dgr/odg
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