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Occupy-Bewegung in den USA:Polizei räumt New Yorker Protest-Camp

Kurz nach Mitternacht rückten die Beamten an: Die Polizei hat in New York das Lager der "Occupy"-Bewegung im Zuccotti-Park geräumt. 70 Demonstranten wurden vorübergehend festgenommen. Schon bald könnten die Bankengegner jedoch wieder in die Grünanlage zurückkehren.

In den USA sind die Behörden in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) gegen die Camps der "Occupy"-Bewegung vorgegangen. In New York räumte die Polizei das Lager der Bankenkritiker im Zuccotti Park - 70 Menschen wurden vorübergehend festgenommen.

Demonstranten schreien am Zuccotti-Park in New York ihren Zorn über die Räumung heraus, nachdem die Polizei dort angerückt ist.

(Foto: AP)

Die Polizisten kamen kurz nach Mitternacht in die Grünanlage und übergaben den Demonstranten die Aufforderung des Eigentümers, den Park zu verlassen. Einige ketteten sich danach zusammen, um die Räumung des Lagers zu verhindern, das in den vergangenen Wochen weltweit zum Symbol für die Kritik an den Auswüchsen des Finanzsystems geworden war.

Wie jetzt in New York war die Polizei auch schon in anderen US-Städten gegen die Lager der Bankenkritiker vorgegangen, meist mit der Begründung, dass Gesundheits- und Sicherheitsrisiken bestünden. Wenn der Park gereinigt sei, könnten die Demonstranten in einigen Stunden wieder zurückkehren, aber ohne Schlafsäcke und Zelte, hieß es auch in der Räumungsaufforderung des Eigentümers des New Yorker Parks.

Ein Sprecher der New Yorker Polizei, erklärte, gegen 4:30 Uhr (9:30 MEZ) sei der Park geräumt gewesen. Eine Person sei wegen Atemproblemen in ein Krankenhaus gebracht worden. Viele Demonstranten hätten das Lager friedlich verlassen - einige hätten aber auch die Polizisten beschimpft.

Sie antworteten mit Sprechchören, als Beamte damit begannen, Zelte einzureissen: "Whose park? Our park!" - "Wessen Park? Unser Park!" Die Demonstranten verschanzten sich an einer Stelle in der Mitte des Parks, bekannt als "the kitchen", und errichteten Barrikaden aus Tischen. Eine "Occupy"-Teilnehmerin berichtete von einem groben Vorgehen der Polizisten: "Ich war geschockt. Sie haben mir die Hände nach hinten auf den Rücken gezogen."

Auf einer Website wurde für Donnerstag eine Demonstration angekündigt, bei der die Wall Street lahmgelegt würde.

Im kalifornischen Oakland hatte die Polizei bereits am Vortag mit einem Großaufgebot ein Camp mit Hunderten Menschen geräumt. Polizei-Chef Howard Jordan sprach laut San Francisco Chronicle von 32 Festnahmen. Beamte in schwerer Ausrüstung kreisten das Lager in der Innenstadt ein und rissen die Zelte der Demonstranten nieder.

Die Bewegung "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") hatte im September in New York ihren Ausgang genommen und sich auf andere Städte ausgeweitet. Auch in Frankfurt am Main und Berlin gibt es am Rande des Banken- und Regierungsviertels Zeltstädte.

© sueddeutsche.de/dpa/Reuters/dapd/segi/jobr

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