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Obama und die Verschwörungstheoretiker:Born in the USA

Andauernde Verschwörungstheorien veranlassen US-Präsident Obama, seine Geburtsurkunde ins Internet zu stellen - um zu beweisen, dass er Amerikaner ist. Es ist der bizarre Höhepunkt einer Auseinandersetzung, die immer wieder von rechten Republikanern geschürt wurde.

Nun also könnten sie endlich Ruhe geben, die sogenannten birther, die verwirrten Anhänger finsterer Konspirationstheorien, die seit Jahren glauben machen wollen, dass Barack Obama zu Unrecht im Weißen Haus sitzt. Denn in Wahrheit, so ihr sinisterer Verdacht, ist der erste schwarze Präsident der Vereinigten Staaten nicht in den USA geboren. Damit könnte er laut der Verfassung nicht Präsident sein.

Am Mittwoch nun hat das Weiße Haus das Faksimile der Geburtsurkunde Obamas ins Internet gestellt. Aus der Kopie des Zertifikats geht eindeutig hervor, dass Obama am 4. August 1961 im Kapiolani-Hospital in Honolulu auf Oahu zur Welt kam - und damit eindeutig Amerikaner ist (Hawaii ist seit 1959 US-Bundesstaat).

Es ist der bizarre Höhepunkt einer Auseinandersetzung, die seit dem Einzug Obamas immer wieder von rechten Republikanern geschürt wurde. In den vergangenen Wochen hatte der Immobilien-Milliardär Donald Trump den Spekulationen neuen Auftrieb verschafft - und Platz in der Berichterstattung selbst der seriösen US-Medien, als er Zweifel am Geburtsort Obamas äußerte.

Es war ohne Frage um des Effekts willen, um sich selbst und seine mögliche Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur ins Gespräch zu bringen. Die Strategie hatte Erfolg.

Barack Obama selbst versuchte sich als Mann der Vernunft zu präsentieren. Er erschien am Mittwochmorgen vor den Kameras im Weißen Haus und sagte, dass er sich zur Veröffentlichung der Urkunde entschlossen habe, weil die Debatte von wichtigeren politischen Fragen abgelenkt habe: "Wir haben keine Zeit für solche Dummheiten."

© SZ vom 28.04.2011/beu/olkl

Barack Obama

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