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NS-Verbrechen in Auschwitz:Staatsanwälte ermitteln gegen drei frühere KZ-Wächter

Die Staatsanwaltschaft nimmt drei Männer aus Niedersachsen ins Visier, die im NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau als Aufseher gedient haben sollen. Auch in anderen Bundesländern werden derzeit Anklagen gegen ehemalige KZ-Wächter geprüft.

Die Staatsanwaltschaft Hannover hat Vorermittlungen gegen drei mutmaßliche frühere Wächter des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau eingeleitet. Das teilte das niedersächsische Justizministerium am Freitag in Hannover mit. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichtet, sollen die Männer im Raum Hannover, Harz und Heide leben und mittlerweile etwa 90 Jahre alt sein. Im Raum steht der Verdacht auf Beihilfe zum Mord.

Die Fälle gehören zu jenen 30, welche die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg laut Mitteilung vom September an die zuständigen Staatsanwaltschaften im gesamten Bundesgebiet abgeben wollte. Auch in anderen Bundesländern sind die Anklagebehörden bereits entsprechend tätig und prüfen, ob sich die Verdachtsmomente so weit erhärten lassen, dass eine Anklage erfolgen kann. Bei einem Fall in Baden-Württemberg ist dies inzwischen passiert: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft klagte einen 93-Jährigen an, der von 1941 bis 1943 SS-Wächter im KZ Auschwitz gewesen sein soll.

Die jüngste Prüfoffensive kam durch das Verfahren gegen den KZ-Wächter John Demjanjuk 2011 in Gang. Für das Landgericht in München hatte gereicht, dass dieser in der fraglichen Zeit in einem Vernichtungslager tätig war, um ihn wegen Beihilfe zum Mord zu verurteilen. Davor galt es nach juristischer Auffassung jahrzehntelang als unumgänglich, Beschuldigten eine ganz konkrete Beteiligung an Tötungshandlungen nachzuweisen. Nach dem Münchner Demjanjuk-Urteil, das nicht rechtskräftig ist, schätzen die Ermittler deshalb die Chancen auf Verurteilungen höher ein und dehnen ihre Vorermittlungen aus.

In Auschwitz-Birkenau ließen die Nationalsozialisten schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen ermorden, darunter eine Million Juden. Das Lager im damals von Deutschland besetzten Polen steht wie kein anderes als Symbol für das Grauen des Holocaust.

© Süddeutsche.de/afp/dpa/ter/dmo

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