Salisbury Ermittler könnten Nowitschok-Täter identifiziert haben

Ermittler in Schutzkleidung und Gasmasken bereiten den Abtransport eines Krankenwagens an einer Station des Sanitätsdienstleisters South Western Ambulance Service in der Nähe von Salisbury vor.

(Foto: dpa)
  • Die britische Polizei könnte die Attentäter identifiziert haben, die im März im britischen Salisbury einen russischen Ex-Spion und seine Tochter vergiftet hatten.
  • Der Nachrichtenagentur PA zufolge wurden anhand von Überwachungskameras und Einreisedaten mehrere russische Tatverdächtige identifiziert.

Die britische Polizei geht nach Information der Nachrichtenagentur PA davon aus, mutmaßliche Täter des Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter Julia Skripal im März in Salisbury identifiziert zu haben. Es handle sich dabei um mehrere Russen, berichtete PA am Donnerstag unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld der Ermittlungen.

"Die Ermittler glauben, dass sie die Tatverdächtigen des Nowitschok-Angriffs mithilfe von Überwachungskameras identifiziert haben", zitiert PA die nicht namentlich genannte Quelle. Die Aufzeichnungen seien mit Einreisedaten nach Großbritannien abgeglichen worden. Die Ermittler seien sicher, dass die Verdächtigen Russen seien, zitiert PA weiter.

Die Skripals waren am 4. März in der südenglischen Kleinstadt bewusstlos auf einer Parkbank entdeckt worden. Sie wurden Untersuchungen zufolge mit einer geringen Menge des Kampfstoffs Nowitschok vergiftet. Spuren davon wurden an Orten entdeckt, die sie besucht hatten. Inzwischen sind beide aus dem Krankenhaus entlassen.

Skripal hatte früher für den russischen Militärgeheimdienst GRU gearbeitet und dem britischen MI6 Informationen weitergeleitet. 2004 flog er auf. Er wurde in Russland zu 13 Jahren Lagerhaft verurteilt. Bei einem Gefangenenaustausch kam er 2010 nach Großbritannien.

Vier Monate nach den Skripals vergifteten sich eine 44-Jährige und ein 45-Jähriger in der Nähe mit Nowitschok. Die Frau ist inzwischen an den Folgen der Vergiftung gestorben. Der PA-Quelle zufolge wurde die Frau einer zehnmal höheren Dosis Nowitschok ausgesetzt als die Skripals.

"Ermittler arbeiten mit der Theorie, dass die Substanz in einer weggeworfenen Parfümflasche war", die das Paar in Salisbury gefunden habe. Die Frau habe die Flüssigkeit für Parfüm gehalten und sich offenbar direkt auf die Haut gesprüht.

Möglicherweise weitere Gegenstände mit Nowitschok kontaminiert

Ermittler untersuchen Hunderte Beweisstücke aus der Wohnung des vergifteten Mannes in Amesbury. Dort haben sie bereits die Flasche gefunden, in der der Kampfstoff aufbewahrt wurde. mehr...