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Nordsyrien:5000 Menschen fliehen vor türkischer Militäroffensive

Türkische Offensive in Nordsyrien

Humanitäre Helfer sind besorgt um das Schicksal der 324 000 Menschen in der Region.

(Foto: dpa)
  • Tausende Menschen sind auf der Flucht aus der kurdischen Region Afrin.
  • Trotzdem will Ankara die Militäroffensive in Nordsyrien noch ausweiten.
  • Das erregt international Besorgnis.

Im Zuge der türkischen Offensive gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien sind nach UN-Schätzungen etwa 5000 Menschen aus dem kurdischen Gebiet Afrin in umliegende Dörfer geflohen.

Weitere 1000 Menschen seien in Viertel der syrischen Stadt Aleppo vertrieben worden, sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Humanitäre Helfer seien sehr besorgt um das Schicksal der 324 000 Menschen in der Region, die von der YPG kontrolliert wird. Mehrere dieser Zivilisten seien in vergangenen Tagen getötet worden, sagte Dujarric.

Zudem gebe es Berichte über Luftangriffe auf den Ort Afrin und umliegende Gemeinden sowie über grenzübergreifenden Beschuss aus Syrien in die Türkei. Die türkische Armee hatte die "Operation Olivenzweig" am Samstag begonnen und YPG-Stellungen in der Region Afrin mit Artillerie und aus der Luft angegriffen. Am Sonntag folgte eine Bodenoffensive. Seit Beginn der Offensive wurden nach Angaben der Armee mindestens 260 gegnerische Kämpfer "neutralisiert", also getötet oder festgenommen.

Die YPG kontrolliert die Region Afrin und gilt als der syrische Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die PKK ist in der Türkei, der EU und in den USA als Terrororganisation eingestuft. Die YPG ist zugleich Verbündeter der US-geführten Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und wurde von den USA mit Waffen ausgerüstet.

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