Nordkoreas Atomwaffenprogramm Urananreicherung in Endphase

Das stalinistische Nordkorea von Diktator Kim verkündet die anstehende Urananreicherung - ein zweiter und leichterer Weg, Atombomben herzustellen.

Ungeachtet seiner jüngsten versöhnlichen Gesten Richtung Südkorea heizt Nordkorea die Spannungen im Streit um sein Atomwaffenprogramm weiter an. Das kommunistische Land erklärte am Freitag, dass es seine Plutoniumbestände zu weiteren Atomwaffen umwandle und auch die Experimentierphase der Urananreicherung so gut wie abgeschlossen habe.

Dies habe Nordkorea in einem Schreiben an die Vereinten Nationen in New York mitgeteilt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. In hochangereicherter Form kann Uran ebenfalls zum Bau von Atombomben verwendet werden. "Wir sind zum Dialog und zu Sanktionen bereit", wurde aus dem Brief zitiert.

Ausbau bei Sanktionen

Wörtlich heißt es: "Wir haben das Experiment zur Urananreicherung erfolgreich durchgeführt und es ist in die Endphase getreten." Außerdem stehe die Wiederaufbereitung gebrauchter Brennstäbe kurz vor dem Abschluss.

Das aus den Kernbrennstäben gewonnene Plutonium werde waffenfähig gemacht. "Falls einige ständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats Sanktionen vor Dialog stellen, würden wir darauf mit dem Ausbau unserer atomaren Abschreckung antworten", warnte Nordkorea.

Mit dem Schreiben reagierte Pjöngjang laut KCNA auf Fragen des UN-Sanktionsausschusses, die dieser im Zusammenhang mit einer aufgedeckten Waffenlieferung Nordkoreas an Iran gestellt hatte.

Die Waffen, darunter Panzerfäuste und Munition für Granatwerfer, waren vor etwa einem Monat von den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) auf einem australischen Schiff beschlagnahmt worden. Der Weltsicherheitsrat will den Fall untersuchen.

Das von Diktator Kim Jong Il kontrollierte Nordkorea hatte erst kürzlich enthüllt, dass es eine Anlage zur Urananreicherung aufbaut. Experten hatten aber schon länger vermutet, dass ein solches Programm insgeheim in Nordkorea betrieben wird. Die Urananreicherung ist eine einfachere Methode als die Wiederaufarbeitung von Plutonium, um Material für Atombomben zu gewinnen. Sie ist auch schwerer aufzuspüren.

Harte Kritik aus Seoul

Nordkorea hatte Mitte Juni als Antwort auf verschärfte Sanktionen des höchsten UN-Gremiums wegen seines zweiten Atomtests am 25. Mai unter anderem den Bau weiterer Kernwaffen angekündigt. Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem das Land im April erneut alle internationalen Inspekteure des Landes verwiesen hat.

Die USA verdächtigen das weitgehend abgeschottete Land bereits seit Jahren, ein Anreicherungsprogramm zum Bau von Atombomben zu verfolgen.

Südkorea kritisierte die jüngste Erklärung aus Nordkorea. Dessen Verhalten könne nicht toleriert werden. "Die Regierung wird energisch und stetig mit Nordkoreas Drohungen und Provokationen umgehen", sagte der Sprecher des Außenministerium, Moon Tae Young, in Seoul. Die Position der Führung in Pjöngjang im Atomstreit habe sich nicht geändert.

Nach Spannungen in den vergangenen Monaten war Nordkorea zuletzt wieder auf Südkorea zugegangen. Beide Länder normalisierten unter anderem wieder den Pendelverkehr über die Grenze zum gemeinsamen Industriepark in der nordkoreanischen Stadt Kaesong und einigten sich auf neue Treffen von durch die Teilung Koreas getrennten Familien. Auch gegenüber den USA hatte Nordkorea seine Bereitschaft zu Gesprächen im Atomstreit signalisiert.