Nordkorea Kim Jong-un fordert "geeignete Option" von den USA

  • US-Präsident Donald Trump soll eine "geeignete Option" vorlegen, fordert der nordkoreanische Machthaber
  • Nur so könne eine gefährliche Eskalation des Konfliktes mit den USA vermieden werden. Worin die Option bestehen könnte, verrät Kim Jong-un nicht.
  • Die EU-Staaten wollen ihre diplomatischen Bemühungen für eine friedliche Beilegung der Nordkorea-Krise verstärken.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un fordert von den USA ein Einlenken im Konflikt um sein Atom- und Raketenprgramm. Um die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel zu entschärfen und einen "gefährlichen militärischen Konflikt" zu vermeiden, müssten die USA als erste "eine geeignete Option" unterbreiten und darauf Taten folgen lassen, wird Kim von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert. Was er genau damit meinte, blieb offen. Der Schritt könnte aber als erstes Entgegenkommen betrachtet werden.

Zuvor wurde Kim von seinem Militär ausführlich über die Pläne informiert, nordkoreanische Raketen in Richtung der Pazifikinsel Guam abzuschießen. Die Insel gehört zum Staatsgebiet der USA. Auf ihr ist ein US-Luftwaffenstützpunkt stationiert. Laut KCNA kündigte Kim Jong-un an, die Pläne für derartige Tests zunächst zurückhalten. Er wolle Trumps Handlungen noch "etwas länger" beobachten. Gleichzeitig rief er die USA auf, alle Provokationen gegen sein Land "sofort" zu stoppen.

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Die politischen Führer in Washington und Pjöngjang hatten im Konflikt um Nordkoreas Raketen- und Atomprogramm die gegenseitigen Drohungen zuletzt immer weiter verschärft. Trump hatte gewarnt, die USA würden "mit Feuer und Wut" auf neuerliche Raketentests reagieren. Nordkorea drohte daraufhin, Raketen Richtung Guam abzufeuern.

Krieg der Worte

Der Krieg der Worte löste weltweit große Besorgnis aus. Nach den Präsidenten von China und Südkorea sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel rief auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini alle Seiten zu einer "friedlichen Lösung" des Konflikts auf. Sie bot am Montagabend die Unterstützung der EU für einen neuen Dialog mit Pjöngjang an.

Dazu wolle die EU verstärkt in die Diskussion mit den früheren Teilnehmern der Sechsparteien-Gespräche - Nord- und Südkorea, China, Russland, den USA und Japan - treten, sagte Mogherini. Diese waren 2003 ins Leben gerufen worden, um den Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm zu entschärfen. Nordkorea hatte diese Gespräche 2009 abgebrochen. Kurz nach Mogherinis Erklärung veröffentlichte KCNA dann Kims Forderungen.

US-Verteidigungsminister Jim Mattis warnte Nordkorea unterdessen vor einem Raketenangriff auf Guam. "Wenn sie die USA unter Beschuss nehmen, könnte das sehr schnell zu einem Krieg eskalieren", sagte Mattis vor Journalisten im Pentagon.

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