Nachwehen der US-Wahl:Die Geschichte des berühmtesten Fotos der Welt

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Seinen Wahlsieg verkündete Barack Obama mit einem Foto, das ähnlich wie seine Tränen viele Menschen berührt hat. Sehr viele. Auf dem Bild umarmt Obama seine Frau Michelle. Dazu der simple Slogan: "Four more Years". Vier weitere Jahre. Etwa 800.000 Mal wurde dieses Bild auf Twitter verschickt, etwa vier Millionen "Gefällt mir"-Klicks hat es auf Facebook bekommen. Es ist damit das am häufigsten getwitterte und auf Facebook favorisierte Foto überhaupt. Aufgenommen hat es die US-Fotografin Scout Tufankjian. US-Magazinen hat sie erzählt, wie es zu dem Foto kam.

Schon 2006 begann Tufankjian, die Kampagne Obamas zu begleiten. Als Obama 2008 gewählt wurde, veröffentlichte sie das Buch: "Yes We Can: Barack Obama's History-Making Presidential Campaign".

US Präsidentschaftswahlen Obama

Das aktuell berühmteste Bild der Welt.

(Foto: dpa)

2012 wurde sie von Obamas Kampagne engagiert, um den Präsidenten im Wahlkampf ins rechte Licht zu rücken. Das Foto, das mittlerweile die halbe Welt kennt, hat Tufankjian schon im August 2012 geschossen, in Dubuque, Iowa, bei einem Wahlkampfauftritt. "Die First Lady und Obama hatten sich seit einigen Tagen nicht gesehen", erzählte Tufankjian dem Magazin Gizmodo. In dem Moment, als die beiden sich auf der Bühne umarmt haben, entschied sich Tufankjian nahe ranzuzoomen. Ihre Begründung: "Ich finde ihre Beziehung total inspirierend. Die Liebe und der Respekt, den die beiden füreinander empfinden, und die Tatsache, dass sie absolut ebenbürtig sind, obwohl einer von beiden Präsident ist, ist bemerkenswert."

Davon, dass das Foto im Sieges-Tweet verwendet wurde, hat Tufankjian erst erfahren, als Freunde ihr per E-Mail Bescheid sagten. Gefreut habe sie sich darüber. Das Foto reflektiere, wie die Menschen die Obamas wahrnähmen. Deshalb sei es als Siegesfoto auch besser als eines, das Obama vor einer Flagge zeige, ein präsidialeres Foto.

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Zurück zu Romney und den Republikanern. Dass jetzt eine Menge Häme über sie hereinbricht: klar. Aber sie tun auch einiges dafür. So wurden noch in der Nacht der Niederlage alle Kreditkarten der Kampagne, die Karten, die die engsten Mitarbeiter benutzen, gesperrt. Obwohl noch Rechnungen zu bezahlen sind. Das Magazin Forbes schreibt, dass wohl einige Taxifahrer in Boston, wo die Siegesfeier geplant war, kein Trinkgeld bekommen hätten, als sie die Romney-Leute in die Hotels gefahren haben. Denn da hätten die bemerkt: Die Kreditkarte funktioniert nicht mehr.

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