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Militärischer Abschied für Christian Wulff:Zank um den Zapfenstreich

Der zurückgetretene Bundespräsident Christian Wulff hat eingeladen - doch die Gästeliste irritiert viele. Die Fraktionschefs von Union und FDP sind nicht gebeten, Wulffs Vorgänger schon - doch sie sagen alle ab. Dass ein Abschied vom höchsten Staatsamt auch ohne Fackeln und Soldaten ehrenvoll wirken kann, zeigte einer von Wulffs Vorgängern.

Der politische Zank um den Großen Zapfenstreich für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff geht weiter. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin und stellvertretende SPD-Vorsitzende Hannelore Kraft sowie der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag Frank-Walter Steinmeier legten Wulff am Dienstag nahe, auf den Zapfenstreich zu verzichten.

Die Bundespräsidenten

Joachim Gauck und seine Vorgänger

Er glaube nicht, dass die Veranstaltung noch einigermaßen würdevoll über die Bühne gehen könne, sagte Steinmeier. Der bayerische FDP-Abgeordnete Erwin Lotter regte eine Verschiebung des Zeremoniells an. Lotter hatte vor wenigen Wochen als erster Bundestagsabgeordneter der Koalition Wulff zum Rücktritt aufgefordert.

Unterdessen bestätigten alle Bundestagsfraktionen, dass ihre Spitzen vom Bundespräsidialamt nicht zum Zapfenstreich eingeladen worden seien. Während man sich bei Union, FDP und SPD darüber verwundert zeigte, hieß es bei den Grünen und der Linkspartei, ihre Repräsentanten wären ohnehin einer Einladung nicht gefolgt.

Bei der SPD hieß es, Steinmeier und der Parlamentarische Geschäftsführer Thomas Oppermann hätten aus Termingründen nicht teilnehmen können. Nun müsse man sich auch über einen Vertreter keine Gedanken machen.

Das Präsidialamt erklärte dazu, eingeladen seien die Spitzen der Verfassungsorgane und das gesamte Bundestagspräsidium. Somit seien alle Parteien berücksichtigt. Eine protokollarische Festlegung, wer einzuladen sei, gebe es nicht. Die Entscheidung darüber liege bei dem zu Ehrenden.

Ihre Teilnahme zugesagt haben dagegen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Vizekanzler Philipp Rösler und Bundestagspräsident Norbert Lammert. Verteidigungsminister Thomas de Maizière als Inhaber der Befehlsgewalt über die Bundeswehr ist quasi Ausrichter des Zeremoniells und kraft Amtes dabei.

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