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Merkel und Trump:Gefühlserwiderung auf Sparflamme

"Wenn man mit jemandem gut zusammengearbeitet hat, dann fällt der Abschied auch schwer." Angela Merkel, 16. November 2016, auf einer Pressekonferenz mit dem aus dem Amt scheidenden US-Präsident Barack Obama.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama halten eine gemeinsame Pressekonferenz nach ihrem Treffen im Berliner Kanzleramt am 17. November 2016.

(Foto: AFP)

"Wer dieses große Land regiert mit seiner gewaltigen wirtschaftlichen Stärke, seinem militärischen Potenzial, der trägt Verantwortung, die beinahe überall auf der Welt zu spüren ist. Die Amerikanerinnen und Amerikaner haben entschieden, dass diese Verantwortung in den nächsten vier Jahren Donald Trump tragen soll. Deutschland und Amerika sind durch Werte verbunden: Demokratie, Freiheit, Respekt vor dem Recht und der Würde des Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Religion, Geschlecht, sexueller Orientierung oder politischer Einstellung. Auf der Basis dieser Werte biete ich dem künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Donald Trump, eine enge Zusammenarbeit an." Angela Merkel, 9. November 2016, einen Tag, nachdem das Wahlergebnis der US-Präsidentschaftswahl bekannt gegeben wurde.

"Man kann auch mal über Dinge lachen, die sonst auch mal zum Weinen sind. (...) Es braucht Verstand, um mit Fakten statt mit Fakes zu überzeugen. (...) Wir alle kennen ja inzwischen das Wort postfaktisch. Gemeint ist damit, dass mehr die Emotion und weniger die Sachlage bestimmt, wie wir über ein Thema denken. Wenn aber die Stimmung mehr zählt als die Tatsache, dann geraten wir zumindest in der Politik in Argumentationsnot." Angela Merkel, 23. Januar 2017, drei Tage nach der Amtseinführung Donald Trumps, auf einem Karnevalsempfang der "Prinzenpaare" aller Bundesländer im Kanzleramt.

Merkel empfängt Karnevals-Prinzenpaare

Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt Prinzenpaare des Bundes Deutscher Karneval aus allen Bundesländern im Kanzleramt in Berlin.

(Foto: dpa)

"Sie ist überzeugt, dass auch der notwendige entschlossene Kampf gegen den Terrorismus es nicht rechtfertigt, Menschen einer bestimmten Herkunft oder eines bestimmten Glaubens unter Generalverdacht zu stellen. (...) Angela Merkel bedauert die Entscheidung von US-Präsident Trump." Angela Merkels Regierungssprecher Steffen Seibert, 29. Januar 2017, zum Einreiseverbot für Flüchtlinge und Bürger sieben muslimischer Länder.

"Unser Land braucht starke Grenzen und extreme Kontrollen, JETZT. Schaut euch an, was in Europa und der Welt passiert - ein entsetzliches Chaos!" Donald Trump, 29. Januar 2017 auf Twitter, mit Bezug auf den Anschlag in Berlin.

Erste Treffen

"Entgegen dem, was die FAKE-NACHRICHTEN geschrieben haben, hatte ich ein GROSSARTIGES Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nichtsdestotrotz schuldet Deutschland NATO hohe Geldbeträge & die USA müssen für die starke und sehr teure Verteidigung Deutschlands besser bezahlt werden!" Donald Trump, 18. März 2017 auf Twitter, nach dem ersten Besuch Angela Merkels in Washington.

US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen sich am 17. März 2017 im Weißen Haus.

(Foto: AFP)

" The Germans are bad, very bad. Schauen Sie sich die Millionen Autos an, die sie in den USA verkaufen. Furchtbar. Wir werden das beenden." Donald Trump, 25. Mai 2017, auf dem G7-Gipfel in Taormina.

US-Präsident Donald Trump spricht mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi am 27. Mai 2017 auf dem G7-Gipfel in Taormina, Sizilien.

(Foto: AFP)

"Die Zeiten, in denen wir uns auf andere völlig verlassen konnten, die sind ein Stück vorbei. Das habe ich in den letzten Tagen erlebt. (...) Wir Europäer müssen unser Schicksal wirklich in unsere eigene Hand nehmen. (...) Natürlich in Freundschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika." Angela Merkel, 28. Mai 2017, in einer Bierzelt-Rede im Rahmen ihres Wahlkampfs nach dem G7-Gipfel.

"Ich glaube, dass der Präsident seine Beziehung mit Merkel als "ziemlich unglaublich" beschreiben würde. (...) Sie kommen sehr gut miteinander aus. Er respektiert sie sehr. (...) [Was Merkel gesagt hat] ist großartig. Es ist das, was der Präsident gefordert hat: Dass die Partner mehr Verantwortung übernehmen. (...) Es ist gut für sie, für NATO, für America." Donald Trumps Sprecher Sean Spicer, 30. Mai 2017.

"Wir haben ein MASSIVES Handelsdefizit mit Deutschland und sie zahlen VIEL WENIGER für die Nato und das Militär, als sie sollten. Sehr schlecht für die Vereinigten Staaten. Das wird sich ändern." Donald Trump, 30. Mai 2017 auf Twitter.

Donald Trump und Angela Merkel besuchen eine Veranstaltung im Rahmen des G20-Gipfels am 8. Juli 2017 in Hamburg.

(Foto: AP)

"Der G20-Gipfel war ein wunderbarer Erfolg und sehr schön durchgeführt von Kanzlerin Angela Merkel. Danke!" Donald Trump, 8. Juli 2017 auf Twitter.

Ivanka Trump At Womens Entrepreneurship Facility Launch

US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Merkel nehmen am zweiten Tag des G20-Gipfels in Hamburg an einer Podiumsdiskussion teil.

(Foto: Getty Images)

"Wir halten jede Art von militärischer Lösung für absolut unangemessen und setzen auf diplomatische Bemühungen. (...) Alles andere halte ich im Zusammenhang mit Nordkorea für falsch. Und deshalb gibt es hier einen klaren Dissens mit dem amerikanischen Präsidenten." Angela Merkel, 20. September 2017, über die Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu Nordkorea vor der UN-Generalversammlung.

Gemeinsam in die Zukunft

"Präsident Donald J. Trump sprach heute mit Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel, um ihr zum Wahlsieg zu gratulieren und bei der Bildung ihrer vierten Regierung alles Gute zu wünschen." Das Weiße Haus, 28. September 2017, vier Tage nachdem das Ergebnis der Bundestagswahlen bekannt gegeben wurde.

"Wir glauben, dass Abschottung uns nicht weiterführt. Wir glauben, dass wir kooperieren müssen, dass Protektionismus nicht die richtige Antwort ist. (...) Man muss die Geduld haben, multilaterale Lösungen zu finden und darf sich nicht in die vermeintlich schnelle Lösung des nationalen Agierens flüchten." Angela Merkel, 24. Januar 2018, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

48. Weltwirtschaftsforum in der Schweiz

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht am 24. Januar 2018 beim 48. Weltwirtschaftsforum in der Schweiz.

(Foto: dpa)

""Wir sind bei fast allen Handelsverträgen auf der Verliererseite. Unsere Freunde und Gegner haben die Vereinigten Staaten viele Jahre ausgenutzt. Unsere Stahl- und Aluminiumindustrien sind tot. Sorry, es ist Zeit für einen Wandel! MAKE AMERICA GREAT AGAIN!" Donald Trump, 4. März 2018 auf Twitter.

Weltwirtschaftsforum in Davos

US-Präsident Donald Trump nimmt am 26. Januar 2018 an einer Sitzung im Rahmen des Weltwirtschaftsforums in Davos teil.

(Foto: dpa)

"Ich glaube, dass der Gesprächskanal gepflegt werden sollte." Angela Merkel, 9. März 2018, über die von Präsident Donald Trump geplanten Zölle auf Stahl und Aluminium.

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