USA:Prominente Trump-Kritikerin verliert bei Vorwahlen

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USA: Liz Cheney steht für jene Strömung in der Republikanischen Partei, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus zu verhindern.

Liz Cheney steht für jene Strömung in der Republikanischen Partei, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus zu verhindern.

(Foto: J. Scott Applewhite/AP)

Die Republikanerin Liz Cheney stellte sich gegen den früheren US-Präsidenten und machte sich damit parteiintern viele Feinde. In Wyoming scheitert sie nun an einer Kandidatin, die von Trump unterstützt wird.

Die prominenteste innerparteiliche Kritikerin des früheren US-Präsidenten Donald Trump, Liz Cheney, wird dem Repräsentantenhaus von Januar an nicht mehr angehören. Die Republikanerin verlor nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP und des Datenanbieters Edison Research die Vorwahlen in ihrem Heimat-Bundesstaat Wyoming gegen ihre parteiinterne Kontrahentin Harriet Hageman. Diese wird damit bei den Kongresswahlen im November in dem Wahlkreis für die Republikaner antreten. Cheneys Niederlage war erwartet worden. Trump hatte Hageman unterstützt und für die Abwahl Cheneys geworben.

Liz Cheney räumte inzwischen ihre Niederlage ein. Sie sagte zugleich, sie werde weiter alles daran setzen, dass Trump niemals wieder Präsident werde. Trump schrieb kurz darauf in dem von ihm mitbegründeten sozialen Netzwerk "Truth Social": "Liz Cheney ist eine Närrin, die denjenigen, die unser Land zerstören wollen, direkt in die Hände spielt!"

Die 56 Jahre alte Cheney ist eine stramm neokonservative, wirtschaftsfreundliche Republikanerin, die aber jeglichen Extremen abschwört. Sie steht für jene Strömung in der Republikanischen Partei, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, eine Rückkehr Trumps ins Weiße Haus zu verhindern. Trump, der selbst regelmäßig Spekulationen über eine erneute Kandidatur 2024 schürt, ist ihrer Ansicht nach eine Bedrohung für die Demokratie.

Insbesondere nach den Ereignissen rund um den Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 stellte sich Cheney gegen Trump. Dessen Unterstützer hatten an diesem Tag nach einer aufrührerischen Rede des damaligen Präsidenten verhindern wollen, dass der Kongress den Demokraten Joe Biden offiziell zum Sieger der Wahl vom November 2020 erklärt. Nach den Unruhen stimmte Cheney als eine von nur zehn Republikanern gemeinsam mit den Demokraten für Trumps Amtsenthebung. Im Senat kam die notwendige Mehrheit für eine Verurteilung aber nicht zustande.

Cheney: Freiheit, Verfassung und Zukunft des Landes über die Partei stellen

Bei Trump und den Parteioberen fiel Cheney durch ihr Votum in Ungnade. Sie wurde aus einem Führungsamt in der Fraktion der Republikaner abgewählt, ließ sich aber auch von Drohungen gegen sie und ihre Familie nicht beirren. Für ihr Auftreten als Vizevorsitzende des Untersuchungsausschusses zum Sturm auf das Kapitol erfuhr sie in den vergangenen Wochen viel Anerkennung. Bei Anhörungen stellte sie ruhig, strukturiert und präzise Fragen und versuchte der amerikanischen Öffentlichkeit Trumps Verhalten im Januar 2021 vor Augen zu führen. Cheney sagte dem Sender CNN kürzlich, Trump habe sich "der schwersten Pflichtverletzung eines Präsidenten in der Geschichte unseres Landes" schuldig gemacht. Bis heute behauptet Trump immer wieder, bei der Wahl 2020 sei ihm der Sieg gestohlen worden.

Im Wahlkampf in Wyoming positionierte sich Cheney, Tochter des ehemaligen Verteidigungsministers und Vizepräsidenten Dick Cheney, als Trumps härteste Gegnerin im Kampf um die Zukunft der Partei. Cheney sagte nach der Stimmabgabe, die USA seien an einem Punkt angelangt, "an dem unsere Demokratie wirklich angegriffen und bedroht ist. Und diejenigen von uns, Republikaner, Demokraten und Unabhängige, die zutiefst an die Freiheit glauben und denen die Verfassung und die Zukunft des Landes am Herzen liegt, haben meines Erachtens die Pflicht, dies über die Partei zu stellen."

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