bedeckt München 19°

Krieg in Libyen:Rebellen stellen Bedingungen für Waffenruhe

Libysche Aufständische haben ihre Bedingungen für einen Waffenstillstand genannt: Gaddafis Truppen sollen sich zurückziehen und friedliche Proteste möglich machen. Die USA kündigen an, am Sonntag ihre Luftangriffe einzustellen.

Die libyschen Rebellen haben ihre Bedingungen für einen Waffenstillstand genannt. Die Soldaten von Staatschef Muammar al-Gaddafi müssten sich aus allen Städten zurückziehen und friedliche Proteste zulassen, erklärte ein Oppositionsführer, Mustafa Abdul Dschalil, auf einer Pressekonferenz mit dem UN-Sondergesandten Abdelilah al-Chatib in Bengasi. Der UN-Gesandte soll helfen eine friedliche Lösung für den Konflikt in Libyen zu finden.

Abdul Dschalil erklärte weiter, dem libyschen Volk müsse die Möglichkeit gegeben werden, über sein Schicksal selbst zu entscheiden. Dann werde die Welt sehen, dass es die Freiheit wähle.

Unterdessen lieferten sich die Rebellen im Osten des Landes wieder Gefechte mit Regierungstruppen. Die Aufständischen schienen dabei besser ausgerüstet zu sein als bisher. So verfügten sie über Minen- und Raketenwerfer sowie über mehr Funkgeräte und Satellitentelefone, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP beobachtete.

Es war nicht klar, wo am Freitag die Front verlief. Zuvor hatten die Regierungssoldaten die Rebellen etwa 160 Kilometer entlang der Küste zurückgedrängt, die Regimegegner schienen sich neu zu formieren. Sie bildeten Einheiten aus jeweils sechs bis sieben Freiwilligen, die von einem ehemaligen Mitglied der Streitkräfte geführt wurden.

Die Vereinigten Staaten wollen trotz jüngster Bodengewinne der Truppen Gaddafis ihre Kampfeinsätze im Land beenden. Ab Sonntag fliegen US-Kampfjets keine Einsätze mehr gegen die Regierungssoldaten, kündigte US-Generalstabschef Admiral Mike Mullen vor dem Kongress in Washington an. Die USA wollten sich ab Sonntag auf eine rein unterstützende Rolle beschränken und nur auf Bitten der Nato-Führung wieder Angriffe in Libyen fliegen, erklärte Mullen. Diese Angriffe müssten ansonsten Frankreich, Großbritannien und andere Nato-Mitglieder übernehmen, erklärte Mullen.

Die USA werden den Angaben zufolge aber weiter Flugzeuge in der Luft betanken sowie Rettungs- und Aufklärungsmissionen fliegen. Nicht klar war, ob die Angriffe mit Tomahawk-Marschflugkörpern, die von US-Schiffen im Mittelmeer abgefeuert werden, weitergehen sollen. Mullen enthüllte, dass schlechtes Wetter eine wichtige Rolle bei den jüngsten Erfolgen der libyschen Truppen spielte. Viele Kampfmissionen hätten deshalb zu Beginn der Woche nicht stattfinden können, sagte er. Bislang habe Gaddafis Truppe bis zu 25 Prozent ihrer Feuerkraft verloren. Allerdings seien die Rebellen immer noch zahlenmäßig klar unterlegen.

Verteidigungsminister Robert Gates sprach sich in der Anhörung dafür aus, dass die USA ihre Beziehungen zu den Aufständischen vorerst nicht weiter ausbauen. Er sei zum gegenwärtigen Zeitpunkt gegen die Ausbildung und Bewaffnung der Rebellen, sagte Gates. Bislang lägen noch zu wenig Informationen über die Aufständischen und ihre Ziele vor. Sollten sich andere Staaten für die Bewaffnung der Rebellen entscheiden, müssten sie diesen Schritt selbst gehen.