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Koalitions-Aus im Saarland:Döring nennt Kramp-Karrenbauer "heillos überfordert"

CDU-Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer gibt den Liberalen die Schuld am Scheitern der Jamaika-Koalition im Saarland. Doch der designierte FDP-Generalsekretär Döring greift nun seinerseits die saarländische Regierungschefin an - und wirft ihr Inkompetenz und unfaires Verhalten vor.

Nach dem Scheitern der schwarz-gelb-grünen Koalition im Saarland hat der designierte FDP-Generalsekretär Patrick Döring gegen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nachgetreten. Sie sei mit dem Management einer Dreier-Koalition "heillos überfordert" gewesen, sagte Döring im Deutschlandfunk.

'Jamaika'-Koalition im Saarland ist geplatzt

Aus für die Jamaika-Koalition: Annegret Kramp-Karrenbauer macht die FDP dafür verantwortlich. Die Liberalen kontern: Die Ministerpräsidentin sei überfordert gewesen.

(Foto: dapd)

Offenbar habe sie die SPD früher über ihre Entscheidung informiert als ihre Koalitionspartner und das Dreikönigstreffen der Liberalen stören wollen. "Hier wollte man ganz bewusst auch die FDP ein Stück weit desavouieren", sagte Döring. Kramp-Karrenbauer hatte das Jamaika-Bündnis am Freitag aufgekündigt. Als Grund nannte sie Personalquerelen in der FDP.

Kramp-Karrenbauer strebt eine große Koalition mit der SPD an. Der SPD-Landesvorsitzende Heiko Maas erhöhte vor den anstehenden Gesprächen den Druck auf die CDU. "Die SPD wird als Juniorpartner im klassischen Sinne nicht zur Verfügung stehen", sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Eine Regierungskoalition mit der CDU sei nur möglich, wenn die beiden Parteien gleichberechtigt seien. Das Amt des Regierungschefs mache die SPD aber nicht zur Bedingung. Dies sei nur möglich über Neuwahlen, sagte Maas.

Unterdessen haben die Landtagsfraktionen in Saarbrücken mit den Beratungen über den weiteren Kurs begonnen. Ein Termin für die Sondierungsgespräche von CDU und SPD stand zunächst nicht offiziell fest. Das Treffen soll allerdings "sehr zügig" geplant werden, hieß es bei der CDU.

Politische Neuordnung im Saarland

CDU-Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer trifft sich möglicherweise noch am Montag mit Maas. Sie hatte ihrem potentiellen neuen Koalitionspartner zuvor Gespräche "auf Augenhöhe" angeboten.

Die FDP-Fraktion könnte noch im Laufe des Vormittags in ihrer Sitzung einen neuen Vorsitzenden bestimmen. Als wahrscheinlich gilt, dass Wirtschaftsminister Christoph Hartmann das Ruder übernimmt. Der frühere Fraktionschef Christian Schmitt hatte im Dezember hingeschmissen und dies mit mangelnder Loyalität begründet. Er wechselte als Parteiloser zur CDU-Fraktion.