Israel:Acht Verletzte bei Schüssen nahe der Klagemauer

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Israel: Polizisten untersuchen den Bus, der in Jerusalem beschossen wurde.

Polizisten untersuchen den Bus, der in Jerusalem beschossen wurde.

(Foto: Ammar Awad/Reuters)

Ein Attentäter eröffnete das Feuer auf einen Bus mit jüdischen Gläubigen. Dabei wurden auch eine hochschwangere Frau und ihr ungeborenes Kind schwer verletzt. Auch auf einem Parkplatz fielen Schüsse.

Bei Schüssen nahe der Klagemauer in Jerusalem sind mindestens acht Menschen verletzt worden, mehrere davon schwer. Die Schüsse seien an zwei verschiedenen Orten gefallen, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom in der Nacht zum Sonntag mit. Ein palästinensischer Tatverdächtiger wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Es soll sich um einen 27-jährigen Palästinenser aus Ostjerusalem handeln, der sich mehrere Stunden nach dem Anschlag selbst bei der Polizei gemeldet hat.

Die Schüsse zielten nach Medienberichten auf einen Bus in der Altstadt, geschossen wurde außerdem auf einem Parkplatz nahe dem Davidsgrab. Einem Rettungssanitäter zufolge waren in dem Bus Gläubige von der Klagemauer auf dem Weg in die Stadt. "Einem Passanten zufolge begann ein Terrorist, wahllos auf den Bus zu feuern", zitiert die Jerusalem Post einen Sanitäter.

Nach dem Anschlag war dem Täter zunächst die Flucht gelungen. Die Polizei hatte danach die Altstadt abgeriegelt und bei der Suche über mehreren arabischen Stadtvierteln Hubschrauber eingesetzt. Später stellte sich der Täter.

Neugeborenes unter den Schwerverletzten

Als der Rettungsdienst den Ort des Vorfalls erreicht habe, habe es einen großen Tumult gegeben. Menschen seien in Panik weggerannt. Eine der Verletzten war den Angaben zufolge hochschwanger, das Ungeborene musste mit Notkaiserschnitt geholt werden und war ebenfalls schwer verletzt.

Nach Angaben der USA sind mindestens fünf der Verletzten US-Bürger. Das US-Außenministerium sprach von einem "Terroranschlag". Der israelische Regierungschef Jair Lapid sagte: Wer Zivilisten Schaden zufüge, werde dafür einen Preis zahlen. Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas nannte den Anschlag eine "natürliche Reaktion auf die Arroganz der Besatzungssoldaten und zionistischen Siedler und ihre täglichen Verbrechen gegen unser Volk, unser Land und unsere islamischen und christlichen heiligen Stätten". Er sprach von fortwährendem Eindringen Israels in die Al-Aksa-Moschee.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Ort steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Es kommt dort immer wieder zu Spannungen zwischen beiden Seiten. Israel hat während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser fordern das Gebiet als Teil eines künftigen eigenen Staates.

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