Getöteter Journalist Saudische Regierung zahlt Khashoggis Kindern angeblich Millionen

Der getötete saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi

(Foto: AP)
  • Medienberichten zufolge erhalten die Kinder des ermordeten Journalisten Khashoggi hohe Entschädigungssummen von Saudi-Arabien.
  • Sie sollen damit offenbar zur Zurückhaltung gebracht werden.
  • Der Regimekritiker wurde vor einem halben Jahr im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet, derzeit läuft ein Prozess gegen elf Angeklagte.

Die Kinder des ermordeten Journalisten Jamal Khashoggi haben Medienberichten zufolge von der saudischen Führung teure Häuser und hohe Geldsummen als Kompensation erhalten. Die Washington Post berichtete unter Berufung auf aktuelle und frühere saudische Regierungsvertreter sowie auf das Umfeld der Familie Khashoggis, König Salman habe die Zuwendungen Ende vergangenen Jahres abgesegnet.

Die zwei Söhne und zwei Töchter Khashoggis - der Kolumnist der Washington Post war - hätten teure Häuser in Saudi-Arabien bekommen und würden monatliche Zahlungen in fünfstelliger Höhe erhalten. CNN zufolge wird die Entschädigung auf eine Summe von insgesamt mehr als 70 Millionen Dollar geschätzt. Ein Ziel der saudischen Führung sei dabei, dass Khashoggis Kinder sich mit öffentlichen Äußerungen zum Mord an ihrem Vater zurückhielten, berichteten beide Medien.

Politik USA US-Präsident: USA bleiben "standhafter Partner" Saudi-Arabiens
Trotz der Ermordung Khashoggis

US-Präsident: USA bleiben "standhafter Partner" Saudi-Arabiens

Trump verurteilt den Mord an dem regierungskritischen Journalisten Khashoggi. Doch ob der saudische Kronprinz wirklich davon wusste? Das sieht Trump offenbar anders als die CIA.

Der Regimekritiker war vor einem halben Jahr im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet worden. Saudi-Arabien hat eingeräumt, dass der Journalist, der in den USA im Exil lebte, im Oktober 2018 von einem Spezialkommando aus Riad getötet wurde. Es läuft ein Prozess gegen elf Angeklagte.

Berichte, dass Kronprinz Mohammed bin Salman in die Ermordung verstrickt sein könnte, hat Saudi-Arabien kategorisch zurückgewiesen. US-Präsident Donald Trump hatte Bin Salman in Schutz genommen und auf die Geschäftsbeziehungen der USA mit Saudi-Arabien verwiesen.

Ein halbes Jahr nach dem Mord übte der Herausgeber der Washington Post, Fred Ryan, scharfe Kritik am saudischen Kronprinzen und an US-Präsident Donald Trump. In einem Kommentar schrieb Ryan, Bin Salman habe den Mord angeordnet. Trump untergrabe mit seiner Haltung "die Glaubwürdigkeit und die moralische Autorität der Vereinigten Staaten". Ryan rief den US-Kongress dazu auf, alles zu unternehmen, um die Mörder Khashoggis zur Verantwortung zu ziehen.

Politik Saudi-Arabien Verdächtige in Saudi-Arabien erstmals vor Gericht

Fall Khashoggi

Verdächtige in Saudi-Arabien erstmals vor Gericht

Erstmals stehen in Saudi-Arabien Tatverdächtige im Fall des ermordeten Journalisten Khashoggi vor Gericht. Warum genau diese elf Männer angeklagt werden, ist unklar.