Internet-Gerücht um Präsidenten von Ruanda Der Tod, der niemals eintrat

Jubel in Goma: Menschen im Kongo bejubeln den angeblichen Tod des Präsidenten von Ruanda.

Die Nachricht sorgte für Jubel im Kongo: Paul Kagame, der Präsident des ungeliebten Nachbarn Ruanda, war angeblich gestorben. In Windeseile verbreitet sich die Botschaft im ganzen Land. Zum selben Zeitpunkt schüttelt Kagame aber ziemlich lebendig die Hände von Studenten. Die Geschichte eines makaberen Internet-Gerüchts.

Es ist Freitagmorgen, etwa zehn Uhr, als in Goma ein unbändiger Jubel ausbricht. Menschen rennen durch die Straßen der Stadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, sie singen und jubeln und laufen in die Richtung der Grenze zum Nachbarstaat Ruanda.

Der Grund für die Aufregung ist ein Gerücht. Paul Kagame, Präsident von Ruanda, sei angeblich tot. Für viele Menschen im Ostkongo, wo man auf Ruanda gar nicht gut zu sprechen ist, ist das eine gute Nachricht. Die jubelnde Menge in Goma hält ein Kreuz in die Höhe und einen Sarg, berichtet die britische BBC. Auch in anderen Städten sollen die Menschen den angeblichen Tod von Kagame bejubelt haben.

Nur: Paul Kagame ist ziemlich lebendig. Schnell twittert der Premierminister Pierre Habumuremyi, die Meldungen über den Tod von Kagame seien "Blödsinn".

Und nur kurze Zeit später veröffentlicht das Büro des Präsidenten ein Bild auf Twitter, das Kagame händeschüttelnd mit einer Delegation MBA-Studenten der Wharton School of Business im US-Bundesstaat Pennsylvania zeigt. Das Bild wurde in der ruandischen Hauptstadt Kigali aufgenommen und seine Echtheit der BBC von der amerikanischen Universität bestätigt.

Doch wie konnte sich das Gerücht so schnell verbreiten? Und wie kam es überhaupt auf? Dem BBC-Bericht zufolge wurde der angebliche Tod des ruandischen Präsidenten zunächst auf einer Nonsens-Website berichtet und dann über Facebook verbreitet. Der Bericht zitiert den Züricher Wissenschaftler Christoph Vogel, der sich zu dieser Zeit in Goma aufhielt und der auf Twitter festhielt, wie die Blätter mit der ausgedruckten Facebook-Botschaft in der Stadt herumgereicht wurden.

Das Verhältnis von Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo ist schwierig. Im Ostkongo, der reich an Bodenschätzen ist, schwelt seit vielen Jahren ein Konflikt. Bei Goma kämpften seit Ende 2012 Regierungstruppen gegen Rebellen, die wiederum im Verdacht standen, von Ruanda und Uganda unterstützt zu werden. Beide Staaten haben die Vorwürfe zurückgewiesen. Im Dezember 2013 hatten die M23-Rebellen und die Regierung des Kongo einen Friedensvertrag unterschrieben.