Wahlen in Kolumbien:Ex-Geisel Betancourt tritt wieder an

Lesezeit: 1 min

Wahlen in Kolumbien: Ingrid Betancourt will nächste Präsidentin von Kolumbien werden.

Ingrid Betancourt will nächste Präsidentin von Kolumbien werden.

(Foto: Daniel Munoz/AFP)

20 Jahre nach ihrer Entführung durch die Guerillaorganisation Farc bewirbt sich Ingrid Betancourt zum zweiten Mal um das Präsidentenamt in Kolumbien. Sie hat sich der Bekämpfung der Korruption verschrieben.

Die kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt bewirbt sich rund 20 Jahre nach ihrer Entführung durch die Guerillaorganisation Farc zum zweiten Mal um das Präsidentenamt in Kolumbien. Die 60-Jährige schrieb sich am Donnerstag offiziell als Kandidatin der Grünen Partei für die Präsidentenwahl am 29. Mai ein. Ihr Bewerber für das Amt des Vizepräsidenten wird Oberst José Luis Esparza sein, der maßgeblich an ihrer Befreiung im Jahr 2008 beteiligt war. Betancourt war 2002 während ihrer ersten Kandidatur um das höchste Staatsamt entführt worden und blieb sechs Jahre in der Gewalt der linksgerichteten Rebellen, bevor die Streitkräfte sie befreiten.

"Ich habe in diesem Wahlkampf immer wieder gesagt, dass alle Kolumbianer von einem korrupten System als Geiseln genommen wurden", sagte Betancourt, die auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt, nach ihrer Einschreibung als Kandidatin. "Alle Kolumbianer haben es verdient, von ihren Entführern befreit und für ihr Leid entschädigt zu werden."

Während des jahrzehntelangen bewaffneten Konflikts zwischen Regierung, linken Guerillas und und rechten Paramilitärs in dem südamerikanischen Land verschleppten die Farc-Rebellen Tausende Menschen. Mehr als 500 von ihnen kamen nach Angaben der kolumbianischen Generalstaatsanwaltschaft in der Geiselhaft der Rebellen ums Leben.

Die Farc und die kolumbianische Regierung beendeten den Bürgerkrieg mit rund 220 000 Toten und Millionen Vertriebenen 2016 mit einem Friedensvertrag. In dem Vertrag wurden auch eine besondere Gerichtsbarkeit und eine Wahrheitskommission vereinbart, mit denen die im Bürgerkrieg verübten Verbrechen aufgearbeitet werden sollen.

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