Griechenland:Varoufakis rückt von Syriza-Rebellen ab

Yanis Varoufakis

Mit dem früheren griechischen Finanzminister Yanis Varoufakis verlieren die linken Kritiker des bisherigen Premiers Alexis Tsipras ein wichtiges mögliches Zugpferd.

(Foto: AFP)
  • Griechenlands früherer Finanzminister Yanis Varoufakis wird sich nicht den abtrünnigen Syriza-Abgeordneten anschließen.
  • Die linken Kritiker des bisherigen Premiers Tsipras haben eine neue Gruppierung unter dem Namen Einheit des Volkes gegründet.
  • Als Begründung sagte Varoufakis: "Ich glaube, unter politischen Gesichtspunkten sind wir zu weit auseinander."

Varoufakis: keine sinnvolle Kombination

Griechenlands früherer Finanzminister Yanis Varoufakis wird sich nicht den abtrünnigen Syriza-Abgeordneten anschließen. 25 Abgeordnete hatten die Linkspartei unter dem Namen Laiki Enotita, Einheit des Volkes, gegründet. "Uns verbinden viele Gemeinsamkeiten und Sympathien. Ich mag sie, und ich glaube, sie mögen mich. Aber ich glaube, unter politischen Gesichtspunkten sind wir zu weit auseinander. Es wäre keine sinnvolle Kombination", sagte Varoufakis im Interview mit der Welt.

Seine wichtigste Differenz mit den linken Rebellen in der Regierungspartei Syriza betreffe Griechenlands Verbleib im Euro: "Für sie ist der Rückkehr zur Drachme eine Frage der Ideologie. Sie sind Sozialisten, und damit sympathisiere ich. Aber die Drachme hatten wir schon, und damals war Griechenland auch kein sozialistisches Land. Ich halte es für besser, im Euro zu bleiben, wenn auch nicht um jeden Preis. Aber ich bin ganz sicher nicht dafür, um jeden Preis zur Drachme zurückzukehren. Währungen sind kein Selbstzweck."

Entscheidung für oder gegen die neue Linkspartei war offen

Mit Varoufakis verlieren die linken Kritiker des bisherigen Premiers Alexis Tsipras ein wichtiges mögliches Zugpferd. Varoufakis hatte die Entscheidung für oder gegen die neue Linkspartei bisher offengehalten. Am 20. September finden in Griechenland Neuwahlen statt.

Der ehemalige Finanzminister Varoufakis genießt wegen seines Rücktritts aus der Regierung Tsipras große Popularität in Griechenland. Er hatte sein Amt im Juli aufgegeben, weil er sich mit Tsipras uneinig darüber war, die EU-Reformforderungen anzunehmen, die Griechenlands Wähler kurz zuvor in einem Referendum abgelehnt hatten.

Auf die Frage, ob er noch einmal in ein Kabinett unter Tsipras eintreten würde, antwortete Varoufakis: "Man sollte niemals nie sagen."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB