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Gewaltsame Proteste:Verletzte nach Angriff auf Venezuelas Parlament

Unterstützer des Präsidenten Maduro stürmen das von der Opposition kontrollierte venezolanische Parlament.

(Foto: AFP)
  • Vermummte Schläger haben in Caracas das venezolanische Parlament gestürmt und auf Abgeordnete eingeschlagen.
  • Mindestens fünf Abgeordnete und mehrere Sicherheitskräfte wurden verletzt.
  • Bei den Angreifern soll es sich um Regierungsanhänger handeln, die ihre Gewalt gegen das oppositionsdominierte Parlament richteten.

Regierungsanhänger haben am Mittwoch das von der Opposition dominierte Parlament in Venezuela gestürmt. Die Abgeordneten hatten gerade eine Sondersitzung zum Unabhängigkeitstag abgehalten, als Dutzende teils maskierte Angreifer mit Stöcken in die Gärten des Parlaments eindrangen und mit Feuerwerkskörpern warfen. Einigen Angreifern gelang es, bis auf die Flure des Parlaments vorzudringen, wo sie auf Oppositionsabgeordnete einschlugen.

Mindestens fünf Parlamentarier und mehrere Sicherheitsleute sind bei dem Angriff verletzt worden. Ein Abgeordneter postete ein Bild auf Twitter, das ihn mit stark blutendem Kopf zeigt. Er schrieb: "Heute hat die Diktatur versucht, die Volkssouveränität an sich zu reißen. (...) Gegen dieses Volk, das Freiheit schreit, werden sie nicht ankommen."

Täglich Verletzte und 90 Tote bei Protesten seit April

Bei den Angreifern soll es sich laut Augenzeugenberichten um Schlägertruppen gehandelt haben, die den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro unterstützen. Das Parlament hingegen wird von der Opposition dominiert.

In Venezuela kommt es seit Anfang April beinahe täglich zu Protesten gegen den linksgerichteten Staatschef Nicolás Maduro. Dabei wurden bereits 91 Menschen getötet und mehr als tausend weitere verletzt.

Die konservative und rechtsgerichtete Opposition kämpft für eine Amtsenthebung des Staatschefs, den sie für die schwere Wirtschaftskrise und die dramatischen Versorgungsengpässe im Land verantwortlich macht. Der sozialistische Präsident beschuldigt die Regierungsgegner, mit Unterstützung der USA einen Staatsstreich gegen ihn zu planen.

© SZ.de/afp/bemo/ees

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