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Migration nach Deutschland:Seehofer rechnet mit weniger Flüchtlingen als zunächst erwartet

Flüchtlingsunterkunft in Dresden

Flüchtlingsunterkunft in Dresden: Bundesinnenminister Horst Seehofer rechnet inzwischen nicht mehr damit, dass die Schwelle von 200 000 Flüchtlingen im Jahr 2018 erreicht wird.

(Foto: picture alliance/dpa)
  • Bundesinnenminister Seehofer rechnet damit, dass 2018 weit weniger als 200 000 Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland kommen.
  • Noch im Juni hatte der CSU-Chef gesagt, dass der von der großen Koalition festgelegte "Korridor" von 180 000 bis 220 000 Flüchtlingen "erreicht oder sogar überschritten werden" könnte.

Nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sind in diesem Jahr bislang etwa 100 000 Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland gekommen. Das sagte Seehofer am Dienstag der Agentur Reuters zufolge bei einer Sitzung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Da im November und Dezember traditionell weniger Menschen neu nach Deutschland kommen, rechne er damit, weit unter der von der CSU früher genannten Schwelle von 200 000 Flüchtlingen und Migranten pro Jahr zu bleiben.

Noch im Juni hatte der CSU-Chef gesagt, dass der von der großen Koalition festgelegte "Korridor" von 180 000 bis 220 000 Flüchtlingen 2018 "erreicht oder sogar überschritten werden" könnte. Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, kritisiert diese Prognose als "Panikmache".

Über die "Obergrenze" hatte die große Koalition lange gestritten, am Ende einigte man sich auf einen "Korridor", der Zuwanderung ebenso berücksichtigt wie Abgeschobene und freiwillige Rückkehrer.

Laut BMI wurden bis September 124 000 Asylerstanträge gestellt, dazu im ersten Halbjahr gut 19 000 Visa für den Familiennachzug aus den Hauptherkunftsländern der Asylsuchenden erteilt. Hinzu kommen wenige Tausend weitere Flüchtlinge, etwa über das Resettlement-Programm. Abzuziehen sind laut "Korridor"-Rechnung der Bundesregierung gut 16 000 Abgeschobene und knapp 12 000 freiwillige Rückkehrer (jeweils bis August).

© SZ vom 10.10.2018/gal
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