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Extremismus - Dresden:Kranz zum Gedenken an Jorge Gomondai in Dresden niedergelegt

Deutschland
Blumen und Kerzen liegen beziehungsweise stehen vor einem Gedenkstein für den Mosambikaner Jorge Gomondai. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Dresden (dpa/sn) - Anlässlich des 30. Jahrestages des durch rassistische Gewalt getöteten Mosambikaners Jorge Gomondai hat Dresdens Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel am Dienstag am Ort des Verbrechens einen Kranz niedergelegt. "Es ist wichtig, die Erinnerung an Jorge Gomondai wach zu halten und damit ein eindeutiges Zeichen der Solidarität mit Betroffenen von Rassismus und rassistischer Gewalt zu setzen", erklärte der CDU-Politiker laut Mitteilung der Stadt.

Wegen der derzeitigen Pandemielage musste die vom Ausländerrat Dresden geplante öffentliche Gedenkkundgebung am Jorge-Gomondai-Platz zum Abschluss der diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus ausfallen. Blumen konnten der Stadt zufolge aber jederzeit und individuell am Gedenkstein abgelegt werden.

Der in Mosambik geborene Gomondai war 1981 als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen. Er starb am 6. April 1991 im Alter von 28 Jahren an den Folgen eines rassistischen Übergriffs. Er war in der Nacht zum Ostersonntag in einer Straßenbahn von einer Gruppe Jugendlicher bedrängt, angepöbelt und mit rassistischen Äußerungen beleidigt worden. In den frühen Morgenstunden fand eine Straßenbahnfahrerin ihn blutüberströmt neben den Gleisen liegend, wenige Tage später starb er an den Folgen seiner schweren Kopfverletzungen.

1993 wurde am Tatort ein Gedenkstein eingeweiht, seit dem 30. März 2007 heißt der Platz Jorge-Gomondai-Platz. Es war nach Angaben der Stadt bundesweit das erste Mal, dass ein Platz nach einem Opfer rassistischer Gewalt benannt wurde.

© dpa-infocom, dpa:210406-99-103992/2

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