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Ex-Navy-Seal:Dieser Mann will Osama bin Laden erschossen haben

Rob O'Neill who was on the Navy SEAL 6 team that rescued Capt. Phillips from pirates and had his role featured in the movie Capt. Phillips is shown in Butte Montana

Rob O'Neill, ehemaliger US-Elitesoldat, will Osama bin Laden erschossen haben.

(Foto: REUTERS)
  • Der Todesschütze des Terroristenführers Osama bin Laden enthüllt in der Washington Post seine Identität. Der Name des 38-jährigen Soldaten ist demnach Robert O'Neill.
  • Der TV-Sender Fox News strahlt eine Dokumentation über die Tötung Bin Ladens aus, die bisher unbekannte Details enthalten soll.

Bin Ladens Todesschütze zeigt sich

Die amerikanische Zeitung Washington Post hat die Identität des Todesschützen von Osama bin Laden bestätigt. Demnach ist der Navy Seal, der den tödlichen Schuss auf den Anführer des Terrornetzwerks Al-Qaida abgegeben hat, ein hoch dekorierter US-Soldat, der sowohl im Irak, als auch in Afghanistan im Einsatz war. Der Name des 38-jährigen Soldaten ist Robert O'Neill.

Laut Washington Post habe er monatelang mit der Frage gerungen, ob er seine Rolle im Fall der Tötung Bin Ladens öffentlich machen soll. O'Neill gehörte zu der Einheit von Elitesoldaten, die am 2. Mai 2011 in Bin Ladens pakistanisches Versteck eingedrungen sind. In einem Interview mit der Zeitung hat er nun angegeben, den tödlichen Schuss auf Bin Laden abgefeuert zu haben.

US-Militär protestiert

O'Neills Geschichte sollte nächste Woche im amerikanischen TV-Sender Fox News und der Washington Post öffentlich gemacht werden. Anonym hatte er sie bereits im Februar 2013 dem Magazin Esquire erzählt. Doch nun enthüllten bereits im Vorfeld Ex-Navy-Seals die Identität des Soldaten - aus Protest gegen O'Neills Entscheidung, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Zuvor hatte die US-Militärführung die Soldaten der Eliteeinheit zur Verschwiegenheit ermahnt. "Ein entscheidender Grundsatz unseres Verhaltenskodex lautet: 'Ich äußere mich weder öffentlich über meine Arbeit, noch strebe ich nach Anerkennung für meine Taten'", betonte Konteradmiral Brian Losey in einem Schreiben. "Wir dulden keine absichtliche und egoistische Missachtung unserer Grundwerte aufgrund des Strebens nach Bekanntheit oder aus finanziellen Interessen."

Die andere Version der Geschichte

Gegenwind bekam O'Neill von Matt Bissonnette, der damals ebenfalls an dem Einsatz beteiligt war und vor zwei Jahren ein Buch darüber veröffentlicht hat. "Zwei verschiedene Menschen erzählen zwei verschiedene Geschichten aus zwei verschiedenen Gründen", sagte Bissonnette dem Sender NBC News. Er wolle aber die Version von O'Neill "nicht anfassen". Was immer dieser sage, das sage er.

TV-Dokumentation über Bin Ladens Tötung

Am 11. und 12. November soll eine zweiteilige Produktion mit dem Titel "The Man Who Killed Osama Bin Laden" bei Fox News ausgestrahlt werden. Der TV-Sender wurde nach eigenen Angaben bislang nicht vom Pentagon kontaktiert und betonte, am Sendeplan festzuhalten.

Die Sendung soll minutiös rekonstruieren, wie der Anführer des islamistischen Terrornetzwerks im Mai 2011 in seinem Versteck im pakistanischen Abbottabad von dem Seal-Kommando zur Strecke gebracht wurde. Die Schilderung der letzten Nacht in Osama bin Ladens Leben soll bislang unbekannte Details enthüllen.

© Süddeutsche.de/AFP/fued/mikö

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