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USA:Trump entlässt neuen Kommunikationschef Scaramucci

White House Communications Director Anthony Scaramucci arrives to travel with U.S. President Donald Trump to Ronkonkoma, New York from Joint Base Andrews, Maryland, U.S.

Noch vor drei Tagen hat Anthony Scaramucci US-Präsident Donald Trump als Sprecher auf Reisen begleitet - jetzt ist er seinen neuen Job schon wieder los.

(Foto: REUTERS)
  • Kommunikationschef Anthony Scaramucci muss seinen Posten im Weißen Haus schon nach zehn Tagen wieder räumen. Das teilt das US-Präsidialamt mit.
  • Medienberichten zufolge entließ US-Präsident Trump Scaramucci auf Druck seines neuen Stabschefs John Kelly.
  • Unklar ist noch, ob Scaramucci einen anderen Job im Weißen Haus erhalten solle.

Das ging schnell: US-Präsident Donald Trump entlässt seinen Kommunikationsdirektor Anthony Scaramucci, 53, schon nach zehn Tagen. Der Ex-Wall-Street-Banker werde seiner Rolle enthoben, teilt das US-Präsidialamt mit. Das Weiße Haus begründete die Entlassung mit dessen Interview-Aussagen aus der vergangenen Woche. Die Wortwahl Scaramuccis in dem Gespräch mit dem New Yorker sei unangemessen gewesen, sagte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders bei einer Pressekonferenz.

Scaramucci, ein New Yorker Investor und Geldgeber der republikanischen Partei, hatte in dem Interview den damaligen Stabschef im Weißen Haus, Reince Priebus, sowie den Chefstrategen Steve Bannon mit unflätigen Worten attackiert. Unmittelbar nach der Veröffentlichung hatte sich das Weiße Haus nicht von der Wortwahl distanziert.

Trump hatte sich für Scaramucci als neuen Kommunikationschef erst vor eineinhalb Wochen entschieden. Der New York Times zufolge entließ Trump Scaramucci auf Druck seines neuen Stabschefs John Kelly. Der Sender ABC News berichtete dagegen, Scaramucci habe seinen Rücktritt angeboten. Kelly war erst am Montag vereidigt worden. Die Ernennung des ehemaligen Vier-Sterne-Generals war allgemein so interpretiert worden, dass der Ex-Marine Ordnung im Weißen Haus schaffen soll.

Auch mit den Medien legte er sich an

Auch mit den Medien legte sich Scaramucci gerne an. Als CNN ihm kürzlich unterstellte, in Trumps Russland-Affären verwickelt zu sein, klagte er gegen den Sender. Die Geschichte wurde zurückgezogen, drei renommierte Reporter traten zurück. "CNN hat richtig gehandelt. Entschuldigung angenommen. Jeder macht Fehler", gab sich Scaramucci auf Twitter versöhnlich.

Noch im Juni, bei einem nicht öffentlichen Treffen hochrangiger republikanischer Politiker soll Scaramucci dargelegt haben, wie er die Öffentlichkeitsarbeit des Weißen Hauses umkrempeln wolle. Er würde eine Art täglicher TV-Show starten, zitiert die Washington Post einen anonymen Teilnehmer des Treffens. Jeden Morgen würden sie ihre eigenen Nachrichten senden, Gäste einladen und sogar mit Demokraten die politische Agenda diskutieren. Daraus wird nun erst einmal nichts. Unklar ist noch, ob Scaramucci in anderer Funktion weiter im Weißen Haus arbeiten wird.

© SZ.de/dpa/AP/Reuters/sks/sih/fie
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