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NS-Verbrechen:Fotos zeigen Demjanjuk im Konzentrationslager Sobibor

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John Demjanjuk wurde 2011 wegen der Beteiligung an NS-Verbrechen verurteilt.

(Foto: Getty Images)
  • Der NS-Helfer John Demjanjuk wurde 2011 wegen Beihilfe zu tausendfachem Mord verurteilt - nach einem komplizierten Indizienprozess.
  • Demjanjuk starb 2012, bevor das Urteil gegen ihn rechtskräftig werden konnte.
  • Nun sind Fotos aufgetaucht, die damals womöglich wertvolle Beweise gewesen wären.

Im Nachlass eines früheren stellvertretenden Kommandanten des Vernichtungslagers Sobibor sind nach Angaben des Berliner NS-Dokumentationszentrums Fotos des NS-Täters John Demjanjuk (1920-2012) aufgetaucht. Es sei das erste Mal, dass der 2011 in München verurteilte Nazi-Helfer auf dem Lagergelände zu sehen ist.

Es ist eine kleine Sensation: Demjanjuk hatte bis zu seinem Tod im März 2012 nicht zugegeben, Aufseher in Sobibor gewesen zu sein. Der Prozess gegen ihn, in dem er 2011 wegen Beihilfe zum Mord an 28 060 Juden zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, war ein langwieriger Indizienprozess. Das Urteil gegen ihn wurde nie rechtskräftig, weil er starb, bevor über die von Verteidigung und Staatsanwaltschaft beantragte Revision entschieden war.

Der gebürtige Ukrainer war einer der letzten Nazi-Verbrecher, die für ihre Taten zur Verantwortung gezogen wurden und hatte vor seiner Auslieferung nach Deutschland jahrzehntelang unbehelligt als Automechaniker in den USA gelebt. Er starb 2012 als 91-Jähriger in einem Altenheim in der Nähe von Rosenheim.

Fotos sollen am 28. Januar in Berlin gezeigt werden

Die alten Fotos, auf denen er nun zu sehen sein soll, stammen nach Angaben des Berliner Dokumentationszentrums aus dem Nachlass von Johann Niemann, einem früheren stellvertretendenden Sobibor-Kommandanten. Sie gehören zu einer Reihe von mehr als 350 Fotos der sogenannten "Aktion Reinhardt", bei der nach Angaben des NS-Dokumentationszentrums 1,8 Millionen Juden in dem von Deutschland besetzten Polen ermordet wurden.

Die Bilder böten bisher unbekannte Einblicke in die nationalsozialistischen Massenverbrechen und zu den deutschen Lagern im besetzten Polen, hieß es. Sie sollen vom 28. Januar an in Berlin gezeigt werden.

Johann Niemann stammte aus dem ostfriesischen Völlen und trat 1934 in die Wachmannschaft des nahegelegenen Konzentrationslagers Esterwegen ein. Nach einer Station in Sachsenhausen und in der "Kanzlei des Führers" wurde er bei der "Aktion T4" eingesetzt, bei der etwa 80 000 vermeintlich körperlich und geistig unheilbar Kranke ermordet wurden.

Danach war er am Aufbau des ersten "Aktion Reinhardt"-Lagers in Belzec beteiligt, später kam er nach Sobibor. Niemann wurde bei einem Gefangenenaufstand am 14. Oktober 1943 zusammen mit zehn weiteren SS-Männern getötet.

© SZ.de/dpa/leja/cat
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