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Coronavirus:Bayern strikt gegen Lockerung der Maskenpflicht

Schutzmasken Corona

Bald ohne? Schutzmasken auf einer Wäscheleine.

(Foto: dpa)

Mehrere Bundesländer erwägen einen Verzicht auf den Mundschutz im Einzelhandel wegen geringer Fallzahlen. Doch es gibt viele Gegenstimmen.

Von Kristiana Ludwig, Berlin

Bayern hat die in anderen Bundesländern aufkommende Diskussion über die Abschaffung der Maskenpflicht im Einzelhandel scharf kritisiert. "Die bayerische Staatsregierung sieht nicht den geringsten Anlass, die Maskenpflicht aufzuheben", sagte der Chef der bayerischen Staatskanzlei, Florian Herrmann (CSU), der Süddeutschen Zeitung. "Im Gegenteil: Die weltweit steigenden Infektionszahlen und die Hotspots in Deutschland zeigen uns, dass wir bei Corona weiterhin höchste Vorsicht walten lassen müssen." Für nahezu alle Experten sei die Maskenpflicht eines der wenigen wirksamen Instrumente, um die Pandemie zu bremsen, sagte Herrmann.

Auch Hamburgs SPD-Bürgermeister Peter Tschentscher reagierte skeptisch auf die Idee, dass die Bürger beim Einkaufsbummel künftig auf einen Mund-Nasen-Schutz verzichten könnten. "Das Tragen einer Gesichtsmaske im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel ist eine Voraussetzung für die seit vergangenen Mittwoch geltenden Lockerungen in Hamburg", sagte sein Sprecher. Erst Ende August, wenn die Menschen aus ihrem Urlaub zurückgekehrt seien, könne man beurteilen, wie sich die Corona-Infektionszahlen entwickelten. Bis mindestens dann würden auch noch die Hygienevorschriften in Hamburg gelten: "Wir treffen neue Entscheidungen erst, wenn wir die Auswirkungen der bisherigen Lockerungen auf das Infektionsgeschehen mit einem entsprechenden zeitlichen Abstand beurteilen können."

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In der Welt am Sonntag hatten zuvor mehrere Landespolitiker die Abschaffung der Maskenpflicht ins Spiel gebracht. "Wenn das Infektionsgeschehen so gering bleibt, sehe ich keinen Grund, länger an der Maskenpflicht im Handel festzuhalten", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Er gehe davon aus, dass das Schweriner Kabinett am 4. August das Ende der Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen werde. Er könne "die Ungeduld des Handels sehr gut nachvollziehen". Glawe will mit seinen Kollegen in Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sprechen. Er strebe eine Einigung der Küstenländer an, "noch lieber" ein "bundesweites Ende der Maskenpflicht im Handel".

In Sachsen werde ebenfalls eine Abschaffung geprüft, sagte Sozialministerin Petra Köpping (SPD), auch Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) könne sich laut Welt am Sonntag mittelfristig eine Änderung vorstellen. Bremen wolle das Thema im Senat diskutieren. Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte für eine freiwillige Regelung plädiert. Ministerpräsident Stefan Weil (SPD) warnte jedoch davor: Man dürfe sich nicht "in Sicherheit wiegen wegen geringer Infektionszahlen im Sommer", sagte seine Sprecherin am Sonntag.

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg lehnt eine Abschaffung der Maskenpflicht ab. "Ich halte das inmitten der Lockerungen für grundfalsch", sagte der FDP-Politiker. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte die Vorstöße ebenfalls "völlig falsch".

© SZ vom 06.07.2020/ghe
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