Coronavirus:RKI geht von höherer Impfquote bei Erstimpfungen aus

Menschen warten in einem Hamburger Impfzentrum darauf, gegen das Coronavirus geschützt zu werden.

Menschen warten in einem Hamburger Impfzentrum darauf, gegen das Coronavirus geschützt zu werden.

(Foto: Christian Charisius/dpa)

Das Robert-Koch-Institut berichtet, dass der Anteil derjenigen, die einmal gegen das Coronavirus geimpft wurden, deutlich höher liegen könnte als bislang gemeldet.

Möglicherweise sind bereits mehr Menschen in Deutschland einmal geimpft, als die Zahlen aus dem sogenannten Digitalen Impfmonitoring (DIM) zeigen. Wie aus einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht, gibt es bei der Interpretation der Daten dazu eine "gewisse Unsicherheit". Demnach unterschätzen die Meldungen im DIM die Impfquoten vermutlich. Vor allem unter jungen Erwachsenen und Erwachsenen im mittleren Alter könnten schon mehr Menschen eine erste Impfung erhalten haben als offiziell verzeichnet.

Das DIM sammelt Meldungen von Impfzentren, Krankenhäusern, mobilen Impfteams, Betriebsmedizinern, niedergelassenen Ärzten und Privatärzten ein. Daneben gibt es noch eine weitere RKI-Erhebung namens Covimo, für die Impfquoten anhand von Befragungen hochgerechnet werden. Wie das RKI berichtet, weichen die Daten aus der jüngsten Covimo-Erhebung von Ende Juni bis Mitte Juli unter rund 1000 Erwachsenen und aus dem DIM voneinander ab.

Die Quote der mindestens einmal Geimpften fiel dabei "um einiges höher" aus, besonders in der Altersgruppe der 18- bis 59-Jährigen, heißt es im Bericht. Während in der Befragung 79 Prozent angaben, geimpft zu sein, waren es laut Meldesystem nur 59 Prozent. Die Autoren des Reports schreiben, die tatsächliche Impfquote liege voraussichtlich zwischen den Werten beider Quellen. "In Bezug auf die Impfquoten zu vollständig Geimpften lag hingegen kein wesentlicher Unterschied vor."

Die unterschiedlichen Zahlen bei der Erstimpfung können unter anderem daran liegen, dass für den vollen Impfschutz nur eine Dosis des Impfstoffes von Johnson & Johnson vorgesehen ist. Vertragsärzte meldeten diese Immunisierungen deshalb ausschließlich als zweite Impfdosen. Zudem sei keine Zuordnung von Impfstoff und Altersgruppe möglich, erläutert das RKI. Darüber hinaus gaben bisher nur etwa die Hälfte der beim Meldesystem registrierten Betriebsärzte Impfungen über die Webanwendung an.

Bei der Befragung dagegen könnten die Daten etwa deshalb zu hoch sein, weil vermutlich Menschen, die Impfungen befürworten, eher mitmachen als Verweigerer. "Die Covid-19-Impfbereitschaft der Bevölkerung liegt auf einem hohen Niveau", heißt es in dem Bericht. Zählt man bereits geimpfte Personen mit jenen zusammen, sich noch impfen lassen wollen, liegt ihr Anteil bei 91,6 Prozent.

© SZ/dpa/mcs
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