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CIA-Datenleck:Was an den Wikileaks-Enthüllungen neu ist

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Das CIA-Hauptquartier in Langley: Ist der Auslandsgeheimdienst nach den Wikileaks-Enthüllungen am Boden?

(Foto: AFP)

Welche Bedeutung haben die Dokumente, die die Enthüllungsplattform über den US-Auslandsgeheimdienst CIA ins Netz gestellt hat? Die Fakten.

Was für Dokumente genau hat Wikileaks veröffentlicht?

Wikileaks hat Teile eines internen Online-Handbuchs für CIA-Hacker veröffentlicht. Zum größten Teil sind dies Texte mit Programmier-Tipps, teils aber auch erläuternde Grafiken oder Tabellen, insgesamt bislang 8761 Dokumente. Schritt für Schritt wird angehenden CIA-Hackern darin ihr Handwerk erklärt. Dieses Online-Handbuch ("Wiki"), welches CIA-intern in einem separat gesicherten Netz namens DevLAN.net abgerufen und gepflegt werden konnte, diente offenbar dazu, innerhalb des Dienstes und dort insbesondere in der Software-Entwickler-Einheit "Engineering Development Group" (EDG) Wissen auszutauschen.

Das Datenleck, das Wikileaks am Dienstag nach langen Vorankündigungen öffentlich gemacht hat, gibt also einen Einblick in den heutigen Stand der technischen Fähigkeiten des US-Geheimdienstes. Die Dokumente sind teils datiert. Demnach entstammen sie dem Zeitraum 2013 bis 2016. Die Dokumente geben indes keine Hinweise darauf, wann oder wie oft die geschilderten technischen Methoden schon angewandt wurden.

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Die CIA arbeitet mit Hacker-Methoden. Was ist daran neu?

Neu ist, dass man jetzt Details darüber weiß. Und: Es geht um die CIA; nicht, wie bei Edward Snowden, um die NSA. Deshalb hat die Enthüllungsplattform Wikileaks dieses Leck mit dem Superlativ "die größte Veröffentlichung von geheimen Dokumenten dieses Dienstes aller Zeiten" angepriesen, Wikileaks-Chef Julian Assange hat wochenlang mit der bevorstehenden Veröffentlichung kokettiert, sie bekam von ihm den Codenamen "Vault 7" (vault heißt Tresor): Aus der CIA gab es so etwas bislang schlicht nie.

Von dem Leak direkt betroffen ist die bereits erwähnte CIA-Einheit EDG. Sie gehört zur CIA-Abteilung "Center of Cyber Intelligence" mit insgesamt etwa 5000 Mitarbeitern, wenn man den von Wikileaks veröffentlichten Organigrammen und Tabellen trauen darf. Die CIA ist der wichtigste Auslandsgeheimdienst der USA mit insgesamt mehr als 20 000 Mitarbeitern.

Für Aufgaben der technischen Überwachung wendet sich die CIA zwar oft an die NSA. Das ist der Geheimdienst, der vom amerikanischen Fort Meade aus die Massenüberwachung der weltweiten Telekommunikation betreibt. Für spezielle Abhöraufträge gegen Einzelpersonen hat die CIA aber auch Leute im eigenen Haus. Das nun veröffentlichte Leak (Stand 2016) zeigt, welche technischen Sprünge die US-Geheimdienste seit den Snowden-Enthüllungen (Stand 2013) offenbar gemacht haben.

Dass die CIA eigene Cyber-Abteilungen unterhält, die darauf spezialisiert sind, Schwachstellen bei iPhones oder Geräten von Google und Samsung zu suchen? Überrascht nicht. So macht es auch der deutsche Bundesnachrichtendienst. Dass die CIA Haushaltsgeräte wie etwa Fernseher der Marke Samsung aus der Ferne zu Wanzen umfunktionieren kann, in einem "fake-off"-Modus? Auch diese technischen Tricks sind nicht einzigartig, sagen Technik-Experten. Man kennt sie bisher schon von Kriminellen. Das sogenannte Internet der Dinge, also der vielen neuerdings vernetzten Alltagsgeräte, bietet Angriffsflächen auch für den Geheimdienst.