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Berlin:Pornhub oder doch CDU-Werbung?

CDU Berlin, Logo, Porn Hub

Orange auf schwarzem Hintergrund im Logo der CDU Berlin und des Portals Pornhub.

(Foto: SZ-Grafik)

Die Berliner CDU erntet auf Twitter Spott für eine Imagekampagne mit einem Logo, dessen Farbgebung an die einer bekannten Sexfilmseite erinnert.

Die Farbe Orange und die CDU - das war schon immer eine recht vertrackte Angelegenheit. Als sich die Bundespartei 2005 mit dieser Farbe zierte, war die Kritik vernichtend: Altbacken wirke das und billig noch dazu. Vor zwei Jahren wechselte die CDU Deutschlands ihre Farben wieder schleichend zum Schwarz-Rot-Gold, vor allem, um den Rechtspopulisten die Nationalfarben nicht zu überlassen.

Dafür schmückt sich nun seit Anfang der Woche die Berliner CDU mit dem Orange. Ganz "selbstbewusst" und nicht abgestimmt mit der Bundeszentrale, wie Landesparteichef Kai Wegner bei der Präsentation erklärte.

Das neue Logo, Orange auf Schwarz, ist Teil einer umfassenden Imagekampagne mit dem Titel #aufgehtsberlin. "Wir erfinden uns gerade neu", sagte Wegner bei der Präsentation. Es geht um nicht weniger als einen "radikalen Bruch".

Dabei sind die Christdemokraten nun vielleicht etwas übers Ziel hinausgeschossen. Aufmerksame Twitternutzer haben jedenfalls eine kuriose Parallele bemerkt - zum Portal von Pornhub, einem der größeren Anbieter von Sexfilmen im Internet. Die Ähnlichkeit ist tatsächlich frappierend: von der Farbgebung, Orange auf schwarzem Grund, bis hin zur schnörkellosen Schrift.

"Das ist Fake News", sagt ein Sprecher der Hauptstadt-CDU. Das Parteilogo sei verfälscht und dann unter anderem über Twitter verbreitet worden, "um es in die grafische Nähe von Pornhub zu bringen". Der Ärger ist verständlich, im nächsten Jahr wird in Berlin gewählt, und der Imagewandel soll der Partei weiteren Schwung verleihen.

"Wild und bunt" lautet der Claim für die kommenden Monate. Auf Twitter wurde nun die Frage aufgeworfen, wie weit die Partei damit bereits gekommen sei: Wenn die CDU Berlin meine, wild und bunt zu sein, so der Tenor, dann hätte sie doch jemanden im Kreis der Partei haben müssen, der die Pornoseite kennt und vor der Ähnlichkeit warnt.

© SZ vom 23.05.2020/jsa
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Von Jan Heidtmann

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