Bürgerkrieg:Syrisches Regime soll Giftgas eingesetzt haben

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sieht "starke Hinweise" auf den Einsatz von Chlorgas im syrischen Bürgerkrieg. Truppen von Präsident Assad sollen bei Giftgas-Angriffen Mitte April elf Menschen getötet haben.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) sieht "starke Hinweise" auf Einsätze von Chlorgas durch die Regierungstruppen im syrischen Bürgerkrieg.

Bei fünf verschiedenen Angriffen auf drei Städte im Norden des Landes habe die Armee Mitte April höchstwahrscheinlich das giftige Gas in Fassbomben aus Hubschraubern abgeworfen, teilte HRW am Dienstag mit. Die Organisation berief sich dabei auf Augenzeugen und Rettungskräfte sowie auf Videoaufnahmen und Fotografien von Überresten der Fassbomben.

Ärzte berichteten HRW von elf Toten und Symptomen bei fast 500 weiteren Opfern der Angriffe, die auf den Einsatz von Chlorgas hätten schließen lassen. Angegriffen wurden demnach die Städte Kafr Sita, Al-Temana und Telmans, die sich unter der Kontrolle der gegen Staatschef Baschar al-Assad kämpfenden Aufständischen befinden.

Bereits in den vergangenen Wochen hatte es entsprechende Vorwürfe gegen die syrische Führung gegeben. Unter der Ägide der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen wird das syrische Chemiewaffenarsenal zwar derzeit unschädlich gemacht. Eine Vernichtung von vor allem in der Industrie eingesetztem Chlorgas ist dabei jedoch nicht vorgesehen.

© Süddeutsche.de/AFP/fued
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