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Bundestag:Bundestagsabgeordneter Marco Bülow tritt in Satirepartei ein

Marco Bülow

Marco Bülow, Mitglied des Deutschen Bundestags.

(Foto: Christoph Soeder/dpa)

Mit Bülow ist "Die Partei" nun erstmals im Bundestag vertreten. Der langjährige SPD-Politiker wolle damit verhindern, dass Menschen "rechts wählen".

Der langjährige SPD- und seit 2018 parteilose Bundestagsabgeordnete Marco Bülow schließt sich der Satirepartei "Die Partei" an. Offiziell zum Mitglied wurde er bei einer Aktion vor dem Reichstagsgebäude. Martin Sonneborn, Europaabgeordneter und Vorsitzender von "Die Partei", bestätigte den Wechsel im Vorfeld.

Die Satirepartei kündigte die Aktion mit "Die Partei zieht in den Bundestag ein!" an. Abgesehen von der Parteizugehörigkeit Bülows dürfte sich im Bundestag aber wenig ändern, er bleibt eigenen Aussagen zufolge fraktionslos. Der 49 Jahre alte Politiker war seit 1992 SPD-Mitglied und seit 2002 im Bundestag. 2018 trat er aus der SPD aus und ist seitdem fraktionsloser Abgeordneter.

Er werde aber nicht über Nacht zum Satiriker, sagte Bülow. Es gebe Leute, die sich von der Politik und traditionellen Parteien abwenden würden und die man noch mit Satire, sonst aber nicht mehr erreichen könne. Er hoffe, diese Leute wieder ansprechen zu können und werde das weiter ernsthaft tun - man müsse sich aber auch manchmal zwingen, ein Augenzwinkern beizubehalten. "Das ist auch ein bisschen ein Versuch, diese Menschen nicht ins Nirwana gehen zu lassen", sagte Bülow. "Auch, dass sie nicht rechts wählen."

Die Satirepartei sei mehr als nur "auf die Schippe nehmen" und "Finger in die Wunde legen". Etwa beim Europaabgeordneten Sonneborn spüre er einen deutlichen Anspruch, dass sich etwas verändern müsse. Er wolle, dass "Die Partei" weiter spöttisch-unseriös und satirisch bleibe, glaube aber, dass gerade zu den Themen Lobbyismus und Umgang mit Demokratie klare Positionen guttun könnten.

Im Wahlkreis Dortmund I, wo Bülow bei der vergangenen Bundestagswahl als Direktkandidat der SPD gewählt wurde, will er sich um das Mandat bei der kommenden Wahl im Herbst 2021 bewerben.

© SZ/dpa/lalse/mkoh
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