Brand in Flüchtlingsheim in Brandenburg Ministerpräsident Woidke vermutet rechte Brandstifter

Abgebrannte Flüchtlingsunterkunft in Nauen

(Foto: Getty Images)
  • Eine geplante Notunterkunft in Nauen in Brandenburg ist in Flammen aufgegangen.
  • Ministerpräsident Woidke geht von einem rechtsextremistischen Anschlag aus.
  • Er ruft alle Brandenburger auf, sich für die Mitmenschlichkeit und gegen Rechtsextremismus einzusetzen.
  • Im sächsichen Döbeln ermittelt der Staatschutz nach einem Mülltonnen-Brand auf dem Gelände einer Flüchtlingsunterkunft.

Woidke geht von rechtsextremistischer Tat aus

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) geht nach dem Brand in einer geplanten Notunterkunft für Flüchtlinge in Nauen von einem rechtsextremistischen Anschlag aus. "Wir sind noch nicht hundertprozentig sicher, aber ich glaube, dass alles andere als sehr sehr großer Zufall bezeichnet werden könnte", sagte Woidke. Man müsse von einem Anschlag ausgehen, "der sich gegen ausländische Mitbürger beziehungsweise gegen Unterbringungsmöglichkeiten für Asylbewerber richtet."

Woidke erklärte, man werde mit der ganzen Härte des Rechtsstaats gegen die Täter und gegebenenfalls ihre Hintermänner vorgehen. Solche Geschehnisse wie in Nauen schadeten dem Ansehen des Landes zutiefst, betonte der Regierungschef. "Ich darf an dieser Stelle auch noch einmal alle Brandenburgerinnen und Brandenburger auffordern, sich für Mitmenschlichkeit, für Demokratie und gegen Rechtsextremismus einzusetzen."

Brandenburgs Innenminister vermutet Brandstiftung

Zuvor hatte bereits Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz-Schröter (SPD) von einer Straftat gesprochen. "Es handelt sich vermutlich um vorsätzliche Brandstiftung", sagte er. Darauf deuteten Brandrichtung, Ausbreitung und Schnelligkeit des Feuers hin.

Das Feuer an einer Sporthalle hatte sich bei seiner Entdeckung am frühen Dienstagmorgen bereits auf das gesamte Gebäude ausgebreitet, teilte die Polizei in Potsdam mit. Die Feuerwehr habe sich deshalb dazu entschlossen, die Halle kontrolliert abbrennen zu lassen. Verletzt wurde nach ersten Angaben niemand.

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Halle sollte vorübergehend als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden

In Nauen hatte es in diesem Jahr mehrfach Demonstrationen gegen die geplante Aufnahme von Asylbewerbern gegeben. Im Februar war eine Stadtverordnetenversammlung zu diesem Thema massiv von rechtsextremen Demonstranten gestört worden. Die Sitzung musste abgebrochen werden.

Die Sporthalle gehört zum Oberstufenzentrum mit beruflichem Gymnasium des Landeskreises Havelland. Der Landkreis hatte im Juli angekündigt, dass die Halle der vorübergehenden Unterbringung von Flüchtlingen dienen soll. Vorgesehen war eine Nutzung von September bis Jahresende. Mit Inbetriebnahme neu errichteter Container-Unterkünfte in Schönwalde und Dallgow-Döberitz sollte die Sporthalle dann wieder ihrem eigentlich Zweck dienen.

Mülltonnen brennen in Flüchtlingsunterkunft in Döbeln

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Im sächsischen Döbeln ermittelt nach einem Mülltonnen-Brand auf dem Gelände einer Flüchtlingsunterkunft der Staatsschutz. Wie die Polizei in Chemnitz mitteilte, waren die beiden brennenden Tonnen an diesem Dienstag kurz nach Mitternacht entdeckt worden, nachdem ein Kleinwagen in die Einfahrt der Unterkunft gefahren war.

Als sich Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes näherten, sei der mit drei Personen besetzte Wagen davongefahren. Die Feuerwehr löschte den Brand. In der Unterkunft sind nach Angaben des Landratsamtes 49 Flüchtlinge untergebracht. Alle stammen aus dem Bürgerkriegsland Syrien, teilte eine Sprecherin mit.

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Erst in der Nacht zu Montag war eine Flüchtlingsunterkunft in Baden-Württemberg durch einen Brand völlig zerstört worden. Die Polizei zieht einen Brandanschlag in Betracht. Auch dieses Haus war bereits zuvor einmal Ziel einer Neonazi-Attacke.

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