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USA:Iran und Venezuela feiern Boltons Demission

John Bolton

Der geschasste Nationale Sicherheitsberater John Bolton

(Foto: AP)
  • Mit John Bolton muss bereits der dritte Nationale Sicherheitsberater während Donald Trumps Präsidentschaft gehen.
  • Iran und Venezuela freuen sich über den Abgang des 70-jährigen außenpolitischen Hardliners.
  • Außenminister Mike Pompeo räumt Meinungsverschiedenheiten mit Bolton ein.

Iran und Venezuela haben den Weggang von John Bolton als Nationaler Sicherheitsberater im Weißen Haus begrüßt. Der Schritt könne den Weg zu wärmeren Beziehungen zu den USA ebnen, twitterte der iranische Regierungssprecher Ali Rabiei. Durch den Abgang des "größten Unterstützers von Krieg und ökonomischem Terrorismus", den US-Sanktionen gegen Teheran, könnte das Weiße Haus eher die Realitäten rund um Iran verstehen.

In Caracas sagte ein Regierungsvertreter mit Blick auf den 2013 gestorbenen venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez: "An Tagen wie diesen würde der 'Comandante' sich ein paar süße Papayas gönnen."

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Mit Bolton geht der dritte Nationale Sicherheitsberater in der Amtszeit von US-Präsident Donald Trump. Trump begründete dies am Dienstag per Twitter mit erheblichen Meinungsverschiedenheiten in gleich mehreren politischen Fragen. Deshalb habe er Bolton um seinen Rücktritt gebeten, den dieser am Dienstagmorgen eingereicht habe. Komissarisch übernahm Boltons Stellvertreter Charles Kupperman dessen Aufgaben, wie das Weiße Haus mitteilte.

Bolton widerspricht Trump

Bolton widersprach Trumps Darstellung seiner Entlassung und schrieb selbst auf Twitter, er habe am Montag seinen Rücktritt angeboten, "und Präsident Trump sagte, 'Lass uns morgen darüber reden'".

Bolton war erst im April 2018 Nachfolger von H. R. McMaster geworden. Erster Sicherheitsberater in Trumps Amtszeit war Michael Flynn. Bolton galt vor allem in der Iran- und Nordkorea-Politik als außenpolitischer Hardliner. Der streitbare 70-Jährige soll sich mit vielen wichtigen Personen in Trumps Team angelegt haben. "Er hält sich nicht an Regeln", sagte ein Kenner von Trumps Meinung über Bolton.

Auch Außenminister Mike Pompeo räumte Meinungsverschiedenheiten mit Bolton ein: "Es war oft so, dass Bolton und ich unterschiedlicher Meinung waren." Vor Journalisten betonte er aber zugleich die Kontinuität der US-Außenpolitik: Nur weil eine Person Trumps Team verlasse, könne kein Staats- oder Regierungschef davon ausgehen, dass sich die US-Außenpolitik maßgeblich ändere, sagte Pompeo. Vor allem im Umgang mit Nordkorea und Iran hatte Bolton Trump zu einer kompromisslosen Haltung gedrängt. Er empfahl dem Präsidenten auch eine harte Linie gegenüber Russland und Afghanistan.

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