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Bildungsministerin Schavan tritt zurück:Schavan ist der emotionalste Fall

Merkel verliert damit den vierten Minister in ihrer Zeit als Kanzlerin der schwarz-gelben Koalition. Jeder Verlust war anders. Norbert Röttgen war vielleicht der härteste Fall. Ihn hat sie einfach rausgeschmissen, weil der die Konsequenz aus seiner Wahlniederlage in Nordrhein-Westfalen nicht selbst ziehen wollte. Guttenberg war der spektakulärste Fall, weil er erst in schwindelnde Höhen emporgestiegen war und dann wegen seines offenkundigen Plagiates von so tief gefallen war, wie kaum ein Minister je zuvor. Franz Josef Jungs Rücktritt wegen des Kundus-Bombardements war dagegen einfach nur ein Akt der politischen Hygiene. Routine fast.

Politiker unter Plagiatsverdacht

Von Guttenberg über von der Leyen bis Giffey

Schavan ist der emotionalste Fall. Vor allem für Merkel und Schavan. Sie sind Freundinnen. Im besten Sinne. Beides kann die eine der anderen nicht wünschen. Weder einen Rücktritt anzunehmen noch ihn anbieten zu müssen. Sie können Freundinnen bleiben, wenn sie das Politische nicht mit dem Privaten vermengen. Es ist ihnen zu wünschen.

So ist das politische Geschäft. Am Ende steht die Frage, was Merkel und der CDU mehr schaden würde: ein Verbleib im Amt oder der Rückzug. Die Antwort war wohl beiden klar: der Verbleib.

Merkel wird der Rücktritt nicht schaden. Warum auch. Bisher ist ihr von den Bürgern kein Rücktritt als eigenes politisches Versagen angeheftet worden. Immer waren es individuelle Gründe. Das ist die Kunst die Merkel beherrscht. Alles perlt an ihr ab. Diesmal allerdings völlig zu Recht.