Asyl:Alles auf eine Karte

Asyl: "Das macht sehr viel mit den Menschen": Ein Musterexemplar der Bezahlkarte, die im Landkreis Greiz an Geflüchtete ausgegeben wird.

"Das macht sehr viel mit den Menschen": Ein Musterexemplar der Bezahlkarte, die im Landkreis Greiz an Geflüchtete ausgegeben wird.

(Foto: Florian Kappelsberger)

In fast allen Bundesländern sollen Asylbewerber von Sommer an Geldleistungen nur noch zum Teil in bar erhalten. Im Landkreis Greiz probieren sie das jetzt schon aus. Funktioniert es?

Von Florian Kappelsberger, Greiz

Shamil ist vor einem Jahr aus Tschetschenien geflohen, heute lebt er in der thüringischen Stadt Greiz. Dort erhält der 27-Jährige monatlich 460 Euro an Asylleistungen, um sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Seit diesem Monat wird ihm das Geld aber nicht mehr vollständig in bar ausgezahlt. Einen Teil erhält er nun als Guthaben auf einer grünen Bezahlkarte. Einen großen Unterschied sieht er nicht. "Ich kann weiterhin Kleidung und Lebensmittel kaufen", sagt der junge Mann, "etwas anderes mache ich mit dem Geld sowieso nicht." Shamil, der seinen vollen Namen nicht nennen möchte, ist einer der etwa 730 Asylsuchenden in Greiz, die seit Kurzem die Bezahlkarte nutzen. Damit ist der ostthüringische Kreis ein Labor für das, was bald bundesweit folgen soll - Regelungen, die im ganzen Land möglich werden, sind hier bereits umgesetzt.

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