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Proteste in Minsk:Kein Sprint, sondern ein Marathon

Nicht einmal Lukaschenkos Flagge, die mit Rot und Grün, akzeptieren sie: Demonstranten mit der früheren Fahne von Belarus, am Sonntag auf dem Unabhängigkeitsplatz in Minsk.

(Foto: Dmitri Lovetsky/AP)

Zwei Protestwochen zwischen Hoffnung und Bangen liegen hinter den Belarussen. Während Lukaschenko auf Zermürbung, Drohungen und Gewalt setzt, lassen die Menschen nicht von ihrem wichtigsten Anliegen ab: ihn loszuwerden.

Von Silke Bigalke, Moskau, und Jan Awsejuschkin, Minsk

Stacheldraht umzäunt das Kriegsdenkmal, die Stele in Minsk. So nennen sie diesen Obelisken, wo sich bereits Sonntag vor einer Woche Hunderttausende trafen. Damals geriet ihr Protest zum großen Freiheitsfest. Jetzt patrouillieren Soldaten um das Denkmal, während sich die Demonstrierenden wenige Kilometer weiter auf dem Unabhängigkeitsplatz versammeln. Am Nachmittag hat sie noch niemand gezählt, es könnten genauso viele sein wie vor einer Woche, trotz Regen und trotz der Warnungen des Verteidigungsministeriums, die das Staatsfernsehen ständig wiederholt: Ruhestörer würden es nicht mehr nur mit der Miliz, "sondern mit der Armee" zu tun bekommen.

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