Im Oktober vergangenen Jahres war der Dalai Lama schon einmal zu Besuch in Washington. Auf ein Treffen mit Präsident Obama hoffte das tibetische Oberhaupt damals jedoch vergeblich. Grund war Obamas bevorstehende erste Chinareise und ein Treffen mit Staatschef Hu Jintao. Vor diesem offiziellen Staatsbesuch nach seiner Amtseinführung wollte Obama die chinesische Regierung nicht provozieren.

Diese übt stets heftige Kritik an Treffen zwischen westlichen Staatsoberhäuptern und dem Dalai Lama. Den persönlichen Einsatz des religiösen Oberhaupts für die Autonomie Tibets sieht Peking als Gefährung der Ein-China-Politik; den Empfang des Dalai Lama von westlichen Staatsoberhäuptern als Provokation. Aus diesem Grund empfing 2009 nicht US-Präsident Obama den Dalai Lama, sondern Nancy Pelosi, die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses.

Republikaner warfen Obama daraufhin vor, sich zu wenig für die Menschenrechte in China einzusetzen und sich der chinesischen Meinung zu sehr zu beugen. Der Dalai Lama selbst zeigte Verständnis.

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19. Februar 2010, 09:372010-02-19 09:37:00 ©