Anschläge auf Bahnstrecken Polizei ermittelt in vier Fällen gegen terrorverdächtigen Iraker

Über die Bahnstrecke in Allersberg soll der festgenommene Iraker ein Stahlseil gespannt haben.

(Foto: dpa)
  • Das LKA ermittelt nach den Anschlägen auf Bahnstrecken nicht nur in zwei, sondern in vier Fällen.
  • Ein Iraker soll in zwei Fällen Stahlseile über Bahngleise gespannt haben. In zwei weiteren Fällen soll er mit Holz- und Eisenteilen Keile an der Strecke gebaut haben.
  • Weil er offenbar Konstruktionsfehler begangen habe, sei der Zug nicht entgleist, erklären die Ermittler.

Nach den Anschlägen auf Bahnstrecken ermitteln die Behörden in mehr Fällen als gedacht gegen den in Wien verhafteten terrorverdächtigen Iraker. Bislang hieß es, dass wegen zweier Fälle im mittelfränkischen Allersberg und in Berlin ermittelt werde. Ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) spricht nun von vier Ereignissen.

Es gehe um drei Fälle in Bayern sowie um einen in Berlin, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Wir gehen davon aus, dass es drei Taten zu verschiedenen Zeiten am selben Tatort waren", sagte er über die Vorfälle in Allersberg. Bei zwei Anschlägen im Oktober und Dezember in Allersberg und Berlin sollten quer über die Schienen gespannte Stahlseile Züge zum Entgleisen bringen. Verletzt wurde dabei niemand.

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Neben diesen zwei Anschlägen gehen die Ermittler den Angaben zufolge auch zwei Fällen mit Holz- und Eisenteilen nach. Dabei soll der Täter Keile gebaut haben. Letztlich habe er aber wohl Konstruktionsfehler begangen, weswegen der Zug nicht entgleist sei, sagte der LKA-Sprecher. Wann diese zwei Vorfälle genau gewesen sein sollen, müsse noch ermittelt werden. Dies habe sich zunächst nicht genau feststellen lassen. Kriminaltechnische Untersuchungen deuteten aber darauf hin, dass es sich um denselben Täter handeln könnte, sagte er.

Der 42-jährige Iraker, der den Angaben zufolge mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sympathisiert, war Anfang der Woche in Wien festgenommen worden. Ihm droht lebenslange Haft. Tschechien wollte zudem zwei in Prag festgenommene Terrorverdächtige an Österreich ausliefern. Die beiden Iraker sollen nach Darstellung des österreichischen Innenministers Herbert Kickl (FPÖ) mit ihrem in Wien festgenommenen Landsmann eine "Terrorzelle" gebildet haben.

In der österreichischen Hauptstadt laufen die Untersuchungen weiter. Ermittler fanden in der Wohnung des Terrorverdächtigen nach einem Spiegel-Bericht ein Nachtsichtgerät und eine Drohne. Dies könne auf weitere Anschlagspläne hindeuten, schrieb das Magazin. Ermittler hätten Fingerabdrücke der Frau des Irakers an den Stahlseilen gefunden, die bei den Anschlägen verwendet worden seien. Der irakische Ex-Militär hat nach Angaben seines Anwalts die Tat gestanden. Seine Frau schweigt zu den Vorwürfen. Auch sie sitzt in Untersuchungshaft. Auf die Spur war die Polizei gekommen, weil der Mann nach Medienberichten ein Drohschreiben in einem Copyshop in Wien vergessen hatte. Er lebt seit 2012 als anerkannter Flüchtling in Österreich.

Die Kronen Zeitung berichtete über die möglichen Motive für die Anschläge. Der Iraker habe angegeben, aus Rache auf den Westen und speziell auf Deutschland gehandelt zu haben. Er sei bei einem Militäreinsatz an der irakisch-türkischen Grenze von einer Bombe verletzt worden. Die Anschläge seien Teil eines persönlichen Feldzugs, aber kein Akt eines Terrornetzwerks.

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Der FPÖ-Politiker sagt, es seien neben einem Iraker zwei weitere Verdächtige festgenommen worden. Die Gruppe wird verdächtigt, in Deutschland versucht zu haben, Züge entgleisen zu lassen.