Australiens Wahlsieger Scott Morrison Der kohlefreundliche Christ gewinnt die Wahl

Wahlsieger Scott Morrison mit seiner Familie

(Foto: dpa)

Der konservative Premier Scott Morrison bleibt in Australien wohl im Amt - allen Umfragen zum Trotz.

Von Jacqueline Lang

Wie erwartet war es bis zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Anders als prognostiziert hat jedoch am Samstag nicht die Labor-Partei die Parlamentswahl in Australien gewonnen, sondern die Liberal Party und mit ihr der amtierende Premierminister Scott Morrison, 51. Die als weltweit erste Klimawahl angekündigte Wahl hat nun ebenjener Mann für sich entschieden, der 2017 einen Kohleklumpen mit ins Parlament brachte und dann versicherte, man müsse "keine Angst" vor Kohle haben. Sein Rivale Bill Shorten legte nach seiner Wahlniederlage sein Amt als Labor-Parteivorsitzender nieder.

Australien ist der weltgrößte Exporteur von Kohle. Das Land hat einen der weltweit größten CO2-Emissionswerte pro Kopf, weil es sich immer noch sehr stark auf Kohleenergie stützt. Kohlebergbau ist einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren im Land. Oppositionsführer Shorten hatte dennoch angekündigt, die Kohlesteuer wieder einführen zu wollen. Mit dem bekennenden Kohlefreund Scott Morrison an der Spitze der Regierung wird es dazu wohl nicht kommen. Auch das Labor-Vorhaben, bis 2030 die Emissionen um 45 Prozent zu reduzieren, wird mit der Liberal Party wohl nicht umgesetzt.

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Rechtskonservative Regierung gewinnt Parlamentswahl

Hochrechnungen zufolge kann Premierminister Scott Morrison weiterregieren. In Umfragen der vergangenen Wochen hatte die Opposition noch klar vorne gelegen.

Ziel der rechtskonservativen Regierung ist es, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 im Vergleich zu 2005 um 26 Prozent zu senken. Das sind die Werte, die im Pariser Klimaabkommen, das auch Australien unterzeichnet hat, vereinbart sind. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

Der Wahlausgang überrascht vor allem deshalb, weil das Klima neben der Migration das beherrschende Thema der Wahl gewesen ist: Australien ist der zweittrockenste Kontinent der Welt, die Folgen des Klimawandels machen sich durch zunehmende Dürre, Buschbrände und Überschwemmungen besonders stark bemerkbar.

Das Glück der rechtskonservativen Liberal Party dürfte es am Ende wohl auch gewesen sein, dass die Menschen Morrison im direkten Vergleich mit Shorten für den geeigneteren Premierminister hielten. Beiden war allerdings im Wahlkampf immer wieder fehlendes Charisma vorgeworfen worden. Über beide hieß es zudem, sie seien "arrogant" und "wenig inspirierend".

Morrison hat das Amt erst 2018 angetreten

Erst am 24. August 2018 hatte Morrison nach dem parteiinternen Sturz seines Vorgängers Malcolm Turnbull das Amt des australischen Regierungschefs übernommen. Morrison ist verheiratet, mit seiner Frau Jenny hat er zwei Töchter.

Der 51-jährige Morrison war unter Premierminister Tony Abbott Minister für Einwanderung und Grenzschutz, bevor er Sozialminister und dann Schatzkanzler wurde. Er gilt als einer der Mitbegründer der rigorosen Einwanderungspolitik des Landes: "We will stop the boats", wir werden die Flüchtlingsboote stoppen. Im Wahlkampf war das Thema Migration deshalb wenig überraschend erneut eines seiner zentralen Themen. Nachdem Labor im Februar gemeinsam mit unabhängigen Abgeordneten durchgesetzt hatte, dass es kranken Flüchtlinge aus sogenannten Offshore-Lagern möglich sein soll, Zugang zu medizinischer Versorgung auf dem australischen Festland zu bekommen, sprach Morrison davon, dass so Australiens Grenzen "geschwächt" würden. Bei einer Wiederwahl, versprach er, werde er weiter hart durchgreifen und die Grenzen sichern.

Morrison gilt innerhalb seiner Partei als gemäßigt, in Einzelfragen tritt er jedoch extrem konservativ auf: So hatte er 2017 gegen die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen Ehe gestimmt. In der Woche vor der Wahl lieferten sich Morrison und Shorten noch einen Schlagabtausch über christliche Werte. Es ging dabei um die Frage, ob Morrison als bekennender Christ glaube, dass Homosexuelle in die Hölle kämen. "Ich kandidiere nicht als Papst, sondern als Premierminister", war Morrison zunächst ausgewichen. Kurz darauf stellte Morrison dann doch noch klar, dass Schwule seiner Meinung nach wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht in die Hölle kämen.

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