bedeckt München 28°

Australien:Biere exen auf den Ex-Premier

FILE - Former Australian prime minister Bob Hawke dies aged 89

War bekannt dafür, gerne ein Bier auf Ex auszutrinken: Australiens Ex-Premier Bob Hawke.

(Foto: Mark Metcalfe/Getty Images)
  • Bob Hawke, ehemaliger Premier Australiens, ist mit 89 Jahren verstorben.
  • Weil er dafür bekannt war, gerne Biere zu exen, trinken nun seine Landsleute ihm zu Ehren im Netz ebenfalls Biere auf Ex.

An was erinnern sich die Menschen in Deutschland, wenn ein ehemaliges Regierungsoberhaupt stirbt? An dessen größte politische Erfolge ganz sicher (wie bei Helmut Kohl die Wiedervereinigung). An schrullige Gewohnheiten (wie bei Helmut Schmidt das Rauchen von Mentholzigaretten), na klar. Oder vielleicht an verschrobene kulinarischen Vorlieben (wie Helmut Kohls Leib- und Magenspeise, der Pfälzer Saumagen).

Die Australier nun denken bei ihrem am Donnerstag im Alter von 89 Jahren verstorbenen, früheren Premierminister (1983-1991) Bob Hawke sofort an eines: Bier. Unter den Hashtags #riphawkie und #beersoutforbob laden viele Australier Fotos und Videos von sich im Netz hoch, in denen sie ein Glas oder eine Flasche zu seinen Ehren austrinken, in einem Zug. Warum?

Wirtschafts- und Finanzpolitik Australien druckt 46 Millionen Geldscheine mit Schreibfehler
2,3 Milliarden Dollar

Australien druckt 46 Millionen Geldscheine mit Schreibfehler

Die australische Notenbank bemerkt nicht, dass ein falsch geschriebenes Wort die Neuauflage des 50-Dollar-Scheins ziert - und produziert monatelang Millionen von Fehldrucken.   Von Martin Hogger

Hawke, nach allem was man über ihn weiß, war kein Alkoholiker (und es gibt auch keine Mitschnitte öffentlicher Auftritte, wo er jemanden mal 'ne Flasche Bier holen schickt). Und trotzdem verbinden seine Landsleute ebenso wie die Google-Suchfunktion mit seinem Namen sofort: Bier. Weil Hawke es exen konnte wie wohl kein anderer Politiker.

Der weltgewandte Gentleman mit Wellenfrisur und gesundem Down-Under-Teint war dafür bekannt, dass er sein Bier gerne kühl und in einem Schluck trank. Mehr noch, er stellte sogar einen Weltrekord im Schnelltrinken auf, im Jahr 1954, als Student im englischen Oxford. 1,4 Liter Ale ( ein Yard-of-Ale) verschwanden in elf Sekunden in seinem Hals, festgehalten im Guinnessbuch der Rekorde. Auf Empfängen und bei sonstigen öffentlichen Auftritten reichte man ihm später häufiger ein Glas mit der Bitte, er möge doch zeigen, was er kann. Und "Hawkie", wie er liebevoll genannt wird, ließ sich nie lange bitten.

Doch in Hawke, der als so gebildeter wie sympathischer Rüpel galt, sehen viele Australier den Inbegriff des alt-ehrwürdigen Landespatrons. "Einer von den Guten. Genial und natürlich. Danke dir Hawke, heute Nacht trinken wir auf dich", schreibt Twitter-Nutzerin Elentiya. "Hawke war wie jeder von uns, aber scharfsinnig wie ein Messer und klüger und besser als die meisten", findet ein anderer, Robman 38. John Cameron schreibt: "Danke für die Krankenversicherung, Sir." Sean Bradbery: "Bob Hawke war der erste Politiker, an den ich mich erinnere, bei dem ich das Gefühl hatte, er kümmert sich wirklich... eine Inspiration für uns alle."

Und vielleicht haben diese warmherzigen Abschiedsgrüße doch auch mit seinem Weltrekord aus dem Jahr 1954 zu tun. Die australische Zeitung Daily Telegraph jedenfalls titelte am Donnerstag: "Bob Hawkes Fähigkeit, ein Bier in Sekunden zu exen, zementierte seine politische Popularität."

Übersetzungspannen bei Diplomaten

"Australien und China genießen gleichzeitige Orgasmen"

Eigentlich besteht die Sprache der Diplomatie aus subtilen Sentenzen und verschnörkelten Floskeln. Wenn aber Übersetzer ins Spiel kommen, kann schon mal was schiefgehen - wie das Buch eines Ex-Diplomaten dokumentiert.