Außenminister Steinmeier zum Syrien-Konflikt:"Notfalls mit Assad reden"

  • Bundesaußenminister Steinmeier zeigt sich offen für Gespräche mit Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Nur Verhandlungen über eine politische Lösung könnten die Gewalt in dem Bürgerkriegsland beenden.
  • Damit unterstützt Steinmeier die Bemühungen des UN-Sonderbeauftragten de Mistura.
  • Syrischen Staatsmedien zufolge sollen Abwehrraketen eine US-Drohne abgeschossen haben.

Gespräche mit Assad nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen

Vor dem Hintergrund der dramatischen Lage in Syrien mit mehr als 200 000 Toten nach gut vier Jahren Bürgerkrieg schließt Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier Gespräche mit dem Assad-Regime nicht mehr grundsätzlich aus. Steinmeier sagte der Süddeutschen Zeitung: "Der Weg zu einem Ende der Gewalt führt einzig über Verhandlungen für eine politische Lösung, auch wenn das Gespräche mit dem Assad-Regime notwendig macht."

Der Außenminister stützt damit die Bemühungen des UN-Sonderbeauftragten Staffan de Mistura, der in Gesprächen auch mit der Regierung in Damaskus derzeit versucht, einen Ausweg aus dem verheerenden Konflikt zu finden.

Nach Einschätzung des Auswärtigen Amts sind alle bisherigen Anstrengungen in eine Sackgasse geraten; deshalb ist die Unterstützung für de Mistura ein Versuch, angesichts des unerträglichen Leids auch Denk-Blockaden aufzubrechen. Im Amt heißt es, nur "massiv erhöhter Druck auf Assad, gekoppelt mit dem Angebot von ernsthaften Verhandlungen" scheine geeignet zu sein, das militärische Patt zu überwinden und neue politische Bewegung zu erzeugen.

US-Militär verliert Kontakt zu Drohne - Syrien spricht von Abschuss

Die syrische Armee hat staatlichen Medien zufolge im Westen des Landes eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen. Das "feindliche" Flugobjekt sei im Norden der Provinz Latakia von Abwehrraketen zerstört worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana. Einzelheiten zu dem Vorfall in der westlichen Küstenprovinz nannte sie nicht. Latakia ist eine Hochburg des syrischen Staatschefs Baschar al-Assad.

Das US-Militär erklärte seinerseits, den Kontakt zu einer Predator-Drohne im Nordwesten des Landes verloren zu haben. Bislang könne aber nicht bestätigt werden, dass die Drohne abgeschossen worden sei. Der Vorfall werde geprüft, weitere Informationen würden folgen, erklärte ein Vertreter der US-Armee in einer E-Mail. Sollte sich der Abschuss bestätigen, wäre dies das erste Mal seit dem Beginn der Luftangriffe der internationalen Militärkoalition gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), dass ein US-Flugobjekt von syrischen Truppen abgeschossen wurde.

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