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Atom - Lüchow:Bürgerinitiative: Gorleben soll aus Endlager-Suche heraus

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Das Radioaktiv-Zeichen auf gelben Tonnen. Foto: Sebastian Kahnert/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Hannover (dpa/lni) - Auf der Suche nach einem Atommüll-Endlager fordern der BUND und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg vor dem Hintergrund eines neuen Gutachtens, Gorleben aus dem Verfahren der Endlagersuche zu nehmen. "Der Salzstock Gorleben befindet sich in einer aktiven Störungszone, in der in den letzten 34 Millionen Jahren Bewegungen stattgefunden haben, die bis in eine Tiefe von 30 Kilometern nachweisbar sind und die Bildung von eiszeitlichen Rinnen begünstigten", sagte der Geologe Ulrich Kleemann bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Am 28. September sollen in Berlin geeignete Teilgebiete für ein Endlager benannt werden.

Hinzu komme, so Kleemann, dass eine gasführende Schicht unter dem Salzstock wahrscheinlich ist und somit keine günstige geologische Gesamtsituation vorliege. "Der Umgang mit dem Salzstock Gorleben ist für mich daher die Messlatte, ob das Standortauswahlverfahren tatsächlich ergebnisoffen durchgeführt wird oder wie in der Vergangenheit ein ungeeigneter Standort politisch im Verfahren gehalten werden soll."

Ein Sprecher des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) sagte dazu: "Das gesetzlich festgelegte Verfahren zur Suche nach einem neuen Standort stellt sicher, dass alle in Deutschland existierenden geologischen Formationen nach den gleichen Kriterien zu bewerten sind." Diese Aufgabe liege in der jetzigen ersten Phase bei der mit der Suche beauftragten Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH. Sie will ihren ersten Zwischenbericht Ende September veröffentlichen.

Egal, wie die Entscheidung ausfalle, sei für den 4. Oktober eine Demonstration in Gorleben angemeldet, sagte Wolfgang Ehmke, Sprecher der Bürgerinitiative. "Das Damokles-Schwert baumelt noch über dem politisch verbrannten und geologisch angezählten Standort. Die große Datendichte aus der bisherigen Erkundung zum Salzstock Gorleben-Rambow hingegen kann aus unserer Sicht nur dazu führen, dass der bisherige Standort schon im ersten Vergleichsschritt wegen seiner geologischen Mängel aus dem Endlagersuchverfahren herausfliegt", so Ehmke.

Um den jahrzehntelangen Ärger um den Standort Gorleben zu beenden, wurde die Endlagersuche neu gestartet. Sie soll nun strikt nach wissenschaftlichen Kriterien und möglichst transparent ablaufen, zudem sollen möglichst alle Parteien mit an Bord sein.

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